Bad-Salzlemen l Die großen Personalsorgen der Feuerwehren im Land und in den Kreisen sind schon lange kein Geheimnis mehr. Bei der Stadtteilfeuerwehr Bad Salzelmen ist man daher über die 16 Mitglieder der Jugendfeuerwehr froh. Mit Ende 2017 zählt die Stadtteilwehr überdies 64 aktive Mitglieder, davon 31 im Einsatzdienst, darunter auch fünf Frauen. Zudem sind 12 Mitglieder der Alters- und Ehrenkameraden sowie 7 fördernde Mitglieder in der Feuerwehr zu nennen.

Weniger gut bestellt, steht es aber noch immer um die Wehrleitung. Nachdem die ehemalige stellvertretende Wehrleiterin Sabine Zander vor kurzem aus persönlichen Gründen ihren Posten aufgab, taten es der Gerätwart wie auch der Wehrleiter Steffen David gleich. Auf der Jahreshauptversammlung sollte es nun Neuwahlen geben. Gab es aber nicht – die Planung musste kurzfristig geändert werden, sagte der kommissarische Wehrleiter der Salzelmener Kameraden und Stadtwehrleiter Uwe Tandler im Gespräch. Trotzdem rücke die Stabilisierung der Wehr in Bad Salzelmen in diesem Jahr besonders in den Fokus, merkte Tandler in seinem Bericht an.

Hauptaugenmerk in der Tätigkeit

Auch Dezernent Joachim Schulke bedankte sich zunächst dafür, dass die Kameraden sich nach der ersten verschobenen Hauptversammlung nun zusammengefunden hätten. Zugleich machte er deutlich, dass es schnellstmöglich eine neue Wehrleitung braucht. „Mein Wunsch ist, dass Sie sich hier zusammenraufen. Sie sind alle ehrenamtlich und mit Herz bei der Sache und daher denke ich, sollten alle persönlichen Dinge irgendwann zurücktreten und der Vordergrund wieder dahingehen, wo sie eigentlich ihr Hauptaugenmerk in der Wehr legen – ihre ehrenamtliche Arbeit“, betonte Schulke.

Über dies hinaus haben die Kameraden auch mit anderen Problemen zu kämpfen, wie sich aus dem Wehrbericht erfahren lässt. So zum Beispiel mit der Feuerwehrunfallkasse (FUK). Den Ausführungen Tandlers nach, habe es in der vergangenen Zeit häufiger bei Feuerwehreinsätzen Kameraden gegeben, die sich verletzt hätten und dafür nicht entschädigt worden seien. Bei Unfällen regelt normalerweise die gesetzliche FUK der Ehrenamtlichen die Entschädigungen oder Maßnahmen. Laut dem Stadtwehrleiter gab es nun aber vermehrt Probleme, wonach Unfälle der Kameraden nicht als solche von der Kasse anerkannt wurden.

Die Situation sei so nicht zu akzeptieren und dringend durch eine politische Ebene zu klären, forderte Uwe Tandler. „Es ist für uns schwer Werbung für das Ehrenamt zu machen, wenn die eigenen Leute nicht richtig versichert sind“, sagte Tandler vor den Anwesenden. Dezernent Joachim Schulke sieht darin ebenfalls ein großes Problem. „Hier ist Verständnisarbeit im Hintergrund zu leisten, um klar zu machen, was für die Kameraden wichtig ist“, sagte Schulke.

Feuerwehrautos 26 Jahre alt

Kritik übte der Stadtwehrleiter Uwe Tandler aber auch am Fuhrpark der Bad Salzelmener. Zwei der fünf Fahrzeuge sind im stattlichen Alter von 26 Jahren. Beide Fahrzeuge seien stark verschlissen, technische Defekte seien mehrmals zum Vorschein gekommen. Für beide Fahrzeuge sieht er einen Ersatz als notwendig. Die Stadt arbeitet bereits an vielen Problempunkten in den Wehren, sagte Schulke. „Aber wir können nicht einfach mit dem Finger schnippsen und los geht‘s, sondern wir müssen Dinge anschieben und daran festhalten.“

Das der Fuhrpark einsatzfähig bleiben muss, zeigte sich auch an den Einsatzzahlen der Kameraden. Am häufigsten rückten die Salzelmener zu Bränden aus – insgesamt 57 Mal, darunter vier Wohnungsbrände. Fast genauso häufig musste die Wehr zu technischen Hilfeleistungen (51 Mal) ausrücken. Grund dafür waren oft die Stürme, die über das Land hinwegzogen. Aber auch bei 7 Verkehrsunfällen mit verunglückten Personen halfen die Kameraden aus Bad Salzelmen. Für die Einsätze bedankte sich der komissarische Wehrleiter nicht nur bei den Kameraden, sondern auch den Familien.

Gemeinsame Arbeitsgruppe

In Sachen Anbau am Feuerwehrgerätehaus hätten die Planungsarbeiten mit dem Träger – der Stadt Schönebeck – im vergangenen Jahr in Form einer gemeinsamen Arbeitsgruppe begonnen, was sehr gut funktioniere, lobten Tandler und Schulke. „Es werde nicht einfach sein, in die neue Bausubstanz einzugreifen und neu anzubauen“, so der Dezernent. Aber dennoch sei er dahingehend sehr optimistisch.

Die meisten Einsätze hatten die Kameraden Stephan Zimmermann (89 Einsätze), Sabine Zander (76) und Eric Rehse (74).