Schönebeck l Die Notsanierung und der damit verbundene Wiederaufbau. Die Ausstellungen. Und das „Standardprogramm“, dass das Industriemuseum Schönebeck (Imuset) jährlich stemmt: Bormann-Modenschau, Traktorentreffen, Experimente-Nachmittag. „Ja, es war ein extrem anstrengendes Jahr“, sagt Imuset-Präsident Georg Plenikowski, wenn er von 2018 spricht. Er fügt schmunzelnd hinzu: „Vielleicht noch ein bisschen anstrengender als im vergangenen Jahr.“

Am anstrengendsten sei es gewesen, die Werkhalle für die Wiedereröffnung im Mai herzurichten. „Sie stand voller Gerüste, wir mussten die gesamte Halle wieder neu einräumen“, erinnert sich Plenikowski. Doch das habe sich gelohnt.

Viele Schüler zu Gast

Ein weiterer Höhepunkt sei die Anne-Frank-Ausstellung des Vereins Rückenwind im Museum gewesen. „Das hat super geklappt. Es waren sehr viele Schüler zu Gast, etliche waren als ‚Guides‘ aktiv – das war eine wirklich schöne Geschichte“, sagt der Präsident.

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Doch auf Erfolgen ausruhen, das ist nichts für Georg Plenikowski. Er trägt seinen Kalender für 2019 mit sich. Und der ist bereits voller Pläne und Termine, die das Museum noch weiter voranbringen sollen. Schließlich ist es kein gewöhnliches Jahr. Plenikowski: „Der Verein Industriemuseum Schönebeck feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen.“ Deshalb fallen alle Veranstaltungen unter dieses Motto.

Saisoneröffnung im April

Zunächst einmal ist da die Mehrzweckhalle. „Die ist zwar von innen schon wunderbar gestaltet, allerdings muss hier noch einiges geschehen“, so der Präsident. Für die Halle hat er sich zur Saisoneröffnung am 14. April einige Ziele gesetzt:

Im Außenbereich der Halle sollen industrietechnische Vitrinen platziert werden, in denen es unter anderem über Bormann, ehemalige Brauereien in der Region oder das Niederschachtofenwerk in Calbe gehen soll.

Zwei große Ausstellungen

Der Innenbereich der Halle soll weiterhin als Sonderveranstaltungsraum genutzt werden, wie das schon bei der Anne-Frank-Ausstellung 2018 passiert ist. So soll künftig auch die jährliche Bormann-Modenschau im Innenbereich stattfinden.

Für dieses Jahr kündigt Georg Plenikowski mindestens zwei große Ausstellungen an. Im Juli soll es zunächst einmal eine Kunstausstellung zum 90. Geburtstag des Schönebecker Malers Werner Tübke geben. Plenikowski: „Die Vorarbeiten sind gerade voll im Gange.“ Das Imuset arbeite hier eng mit der Tübke-Stiftung zusammen.

Technische Spezialvorträge

Für September sei dann die zweite Kunstausstellung geplant: mit Werken des ehemaligen Schönebecker Lehrers Ewald Blankenburg. Zu den Ausstellungen solle es jeweils ein Rahmenprogramm geben, beispielsweise Vorträge zu den Künstlern.

Außerdem sind ab April jeden Monat technische Spezialvorträge in der Werkhalle geplant: die ersten am 28. April zum Schrotturm und am 26. Mai zum Sprengstoffprüfhammer.

Notsanierung der Halle

Doch neben den angenehmen Veranstaltungen geht es auch sanierungstechnisch weiter. „Wir sind leider noch nicht am Ende des zweiten Bauabschnittes des Hauptgebäudes. Die Tapeten hängen noch von den Wänden, es müssen noch sieben Räume verputzt, tapeziert und gestrichen werden, Löcher zugebaut werden und und und“, zählt Plenikowski auf. Von draußen sähe die Halle zwar schon wunderschön aus, es müssten aber beispielsweise noch Steine verfugt werden.

Insgesamt wurden die Gelder für die Notsanierung der Halle – insgesamt zirka 1,8 Millionen Euro – zu 100 Prozent von Land und Bund gefördert. Der Zeitplan von Georg Plenikowski und seinem Team aus freiwilligen Mitgliedern sowie den professionellen Baufirmen ist ambitioniert: Der zweite Bauabschnitt soll in anderthalb Monaten abgeschlossen sein.

Plenikowski resümiert: „Es wird 2019 nicht weniger, eher mehr Arbeit. Aber wenn wir unsere Ziele nicht hochstecken, kommen wir nicht dahin.“