Schönebeck l Der 20. Geburtstag des Jugendclubs „Young Generation“ ist am Sonnabend bunt und fröhlich gefeiert worden. Das Besondere an dieser Einrichtung des Vereins „Rückenwind“ ist, dass hier Kinder und Jugendliche aus zehn und mehr Nationen ihre Freizeit verbringen. Viele zugewanderte Familien wohnen in der angrenzenden Straße der Jugend. Angesichts des derzeitigen Flüchtlingsstromes erlebt der Treff einen außerordentlichen Zuspruch und so steht der 20. Geburtstag auch ganz im Zeichen der aktuellen Situation. Clubleiterin Beatrix Ziener spricht von rund 170 Besuchern täglich. Um da noch die Übersicht zu wahren, soll eine Club-Karte eingeführt werden.

Zu den vielen Gästen des Tages gehörte Landrat Markus Bauer (SPD). Der stand noch unter dem Eindruck eines Tags zuvor in Bernburg ausgerichteten Forums zum Thema Integration von Flüchtlingen: mit positiven und nach vorn weisenden Akzenten, wie Bauer betonte. Im „Young Generation“ fand er die gelebte Praxis einer Integration vor, was den Landrat nicht minder beeindruckte.

Multikulti macht Spaß

Dass das zuweilen geschmähte „Multikulti“ richtig Spaß machen kann, war bei der Geburtstagsfeier zu erleben. Die Herkunft spielte keine Rolle, sondern allein die Freude am Miteinander. Dass es im „Young Generation“ seit 20 Jahren „rund“ läuft, ist freilich vor allem der rührigen Clubleiterin zu verdanken.

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Die Schönebecker Stadtverwaltung war zur Geburtstagsfeier mit Dezernentin Ursula Adler, der Gleichstellungsbeauftragten Andrea Alzuro-Lopez und Erdmute Köppe vom Bereich Soziales vertreten.

Deutsch ist das A und O

Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LaMSA) mit Hauptsitz in Halle/Saale war mit Noel Kabore und Farhan Taher vor Ort. „Die deutsche Sprache lernen ist das A und O für Zuwanderer. Alles andere kommt dann wie von selbst“, betonte Farhan Taher. Er sprach damit aus Erfahrung. An alle Zuwanderer möchte er appellieren, die Chancen zu nutzen, die sich zum Erlernen der deutschen Sprache bieten.

Jan Braune vom Verein Inte-grationshilfe Sachsen-Anhalt e.V., der in der Schönebecker Böttcherstraße ein Büro unterhält, ist sich sicher, dass mit dem Zustrom der Flüchtlinge der deutsche Arbeitsmarkt profitieren wird. „Ein Drittel der Asylsuchenden aus Syrien hat einen akademischen Grad oder ist Student“, weiß er. Bereits nach einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten können diese Menschen eine Arbeit aufnehmen, wenn sie mit einem Deutschen nicht zu besetzen ist, zum Beispiel, weil es keinen Bewerber gibt. „Viele Arbeitgeber freuen sich ohne Ende, dass sie wieder qualifizierte Beschäftigte bekommen“, meint Jan Braune. Damit seien die Zuwanderer aus dem Sozialsystem raus und würden vielmehr in die Sozialkassen einzahlen.