Felgeleben l Vorbereitung ist besser als Nachsorge. Frei nach dem Motto ist die Stadt Schönebeck gut aufgestellt, wenn ein langersehnter Zuwendungsbescheid im Rathaus ankommt. Es geht um die Kindertagesstätte „Am Gänsewinkel“ in Felgeleben. Seit fast zehn Jahren schon ist klar, dass das Haus saniert werden muss - auch weil der Flächenbedarf nicht mehr stimmt. Im Gespräch waren verschiedene Varianten, vom Um- über An- bis Neubau. Egal welche Variante den Zuschlag bekäme, Fakt ist, es kostet Geld. Geld, das die Stadt als verantwortliche Instanz und der Verein „Nestwärme“ als Träger der Einrichtung nicht haben. Deshalb haben beide bereits 2012 einen Versuch gestartet, Fördermittel des damaligen Programms „Stark III“ zu erhalten. Vom Land kam das Nein. Grund für neue Hoffnung haben die Akteure nun aufgrund des neuen Programms „Stark V“, das eine 100-prozentige Förderung bietet. Die Bewerbung ist längst ans Land geschickt worden.

Nun heißt es abwarten - aber nicht still sitzen. Sollte das erhoffte Okay vom Land kommen, stehen die Verantwortlichen in den sprichwörtlichen Startlöchern. Denn der Plan für den Neubau steht. Darüber hat eine Mitarbeiterin des beauftragten Architektenbüros aus Magdeburg kürzlich die Mitglieder des Bauausschusses informiert. Demnach ist ein kompletter Neubau geplant. Der Grund: „Es ist der Wunsch des Betreibers, die Kapazität von 84 Kindern auf 100 zu erhöhen“, sagt die Architektin. Das alte Gebäude ist zwei-geschossig und voll unterkellert. Der Neubau soll nur noch eingeschossig sein, in dem jede Gruppe über einen eigenen Sanitärbereich verfügt. Neben dem Mehrzweckraum und verschiedenen Funktionsräumen sind drei Gruppenräume für den Kita-Bereich (jeweils 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahre) sowie zwei Gruppenräume für den Krippen-Bereich (je 20 Kinder im Alter von ein bis drei Jahre) vorgesehen. Die Bruttogrundfläche soll dem Plan nach 1192 Quadratmeter betragen. Die Kosten werden mit 2,35 Millionen Euro veranschlagt.

Kita im Prozess eingebunden

„Sind die Kita-Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess integriert gewesen“, fragt Thoralf Winkler (Grüne) in der Ausschusssitzung. „Wir wurden komplett mitgenommen“, sagt dazu Remo Kannegießer, Geschäftsführer des Vereins, und betont: „Es war die Bedingung von allen, dass alle Erzieher die Unterlagen zur Einsicht erhalten.“ Die daraufhin formulierten Wünsche seien aufgenommen worden.

Altbau in der Bauphase nutzen

Das Haus an sich steht also fest. Nur das alte Gebäude sowie der Außenbereich seien bislang mit Fragezeichen versehen. Der Altbau soll während der Bauphase weiter genutzt werden, das steht fest. Darüber hinaus? „Es wurde erst einmal das geplant, was wir machen können“, führt Remo Kannegießer aus. Sobald der erhoffte Fördermittelbescheid da ist, würden auch die restlichen Fragezeichen beseitigt werden. Für Werner Grundmann (SPD) ist der Zeitplan interessant. „Wir hoffen, dass wir 2016 die Fördermittelzusage erhalten und 2017 mit dem Bau beginnen können“, sagt Baudezernent Guido Schmidt.

Übrigens: Der Antrag der Stadt ist am 15. Februar beim Fördermittelgeber eingegangen. „Die Vorprüfung bei der Investitionsbank ist bereits erfolgt. Der Vorgang befindet sich, so wie alle Anträge, deren Auftragsvolumen über 1,5 Millionen Euro liegt, zurzeit in der baufachlichen Prüfung“, informiert Rotraud Schulze vom Finanzministerium auf Volksstimme-Nachfrage. Und: „Eine Aussage, wann diese Prüfung abgeschlossen sein werden und wann mit der Bewilligung zu rechnen ist, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.“