Calbe l Schwerkranken Kindern ein Lächeln in das Gesicht zaubern. Ihnen ihre Träume und Wünsche erfüllen. Ihnen Lebensmut und Kraft vermitteln – für all das setzen sich Maik Kuplich und seine sechs Mitstreiter vom Verein „Teddywünsche“ ein. Für dieses selbstlose Engagement wurde Maik Kuplich zuletzt beim Neujahrsempfang der Stadt Calbe mit dem Wilhelm-Loewe-Preis ausgezeichnet.

Von der Situation etwas überwältigt, konnte Kuplich bei der Auszeichnung selbst nicht viel sagen. Doch es gibt Worte, die er loswerden möchte. „Wir möchten diesen Wilhelm-Loewe-Preis allen Kindern und Familien, die im Moment oder in Zukunft kämpfen, oder aber auch den Kindern, die ihren Kampf leider verloren haben, und allen Unterstützern und Sponsoren widmen. Denn das sind die wahren Helden“, sagt Kuplich.

Kleine Helden

Als „Helden“ bezeichnet der Vereinsvorsitzende von Teddywünsche aber vor allem die Kinder, die mit schweren Krankheiten oder Behinderungen zu kämpfen haben. Und diesen Helden konnte Teddywünsche mittlerweile schon 59 Wünsche erfüllen. Genau genommen sogar mehr als 59. Denn neben den „großen Teddywünschen“, hat der Verein auch zahlreichen Kindern auf den Stationen der Hämatologie und Kinderonkologie und dem Elternhaus für krebskranke Kinder Magdeburg kleine Wünsche erfüllt und ihnen Glücksmomente beschert. Darüber hinaus engagiert sich der Verein auch in den Kinderhospizen Magdeburg und Markkleeberg.

Doch was genau wünschen sich eigentlich die kleinen Helden? Maik Kuplich erinnert sich an eine ganze Palette unterschiedlichster Träume und Wünsche, die bereits erfüllt werden konnten: „Von Erholungsurlauben im Harz, an der Mecklenburgischen Seenplatte, in Freizeitparks wie Tropical Island oder an der Ost- und Nordsee, bis hin zu Helikopterflügen oder den Besuch bei der Lieblings-Fußballmannschaft wie Borussia Dortmund oder Bayern München.“ Zudem setzen sich Kuplich und seine Mitstreiter auch dafür ein, dass die Kinder ihre Stars kennenlernen können. So hat der Verein schon Treffen mit Andrea Berg, Otto Waalkes, Marcus Maria Profitlich, Ralf Schmitz und anderen Entertainern organisiert.

Auf Spenden angewiesen

Doch so ein Urlaub oder ein Helikopterflug kosten natürlich auch viel Geld. Deshalb ist der Verein auf Spenden angewiesen, wie Kuplich berichtet.

Manchmal dauert es auch etwas länger, bis der Verein einen Wunsch erfüllen kann. Und manchmal muss auch sehr viel beachtet werden. Kuplich erzählt: „Die längste Wunscherfüllung hat zwei Jahre gedauert: ein Erholungsurlaub für ein an Trisomie 21 erkranktes Kind. Da musste auf sehr viel geachtet werden. Angefangen von Pflegebett, über pflegerische Fachkräfte bis hin zu einem Krankenhaus in der Nähe, für einen eventuellen Notfall.“ Aber diesen widrigen Umständen zum Trotz, konnte auch dieser Wunsch erfüllt werden.

Spende statt Blumen

„Die Wünsche haben wir vor der Gründung des Vereins aus eigener Tasche finanziert. Bis wir dann ab Vereinsgründung Geldzuwendungen, also Spenden, entgegennehmen durften. Seitdem werden solche Wünsche durch die Spenden finanziert und umgesetzt“, sagt Maik Kuplich. Diese Spenden kommen beispielsweise durch Firmen-Jubiläen oder Geburtstage zusammen, bei denen die Verantwortlichen aufrufen sind zu spenden, anstatt Blumen zu verschenken.

Zu der Idee, sich als Teddybär zu verkleiden, kam es laut Kuplich so: „Als für mich klar war, dass ich schwersterkrankten Kindern eine Freude machen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern möchte, in dem ich versuche, ihre Wünsche zu erfüllen, überlegte ich, wie ich diese am besten überreichen kann. Einfach nur ein eingepacktes Geschenk, ein Gutschein oder eine Reise überreichen begeistert die Kleineren vielleicht nicht so ganz. So überlegte ich mir, mich zu verkleiden, um so die kleinen und größeren Helden zu überraschen. Als Kind hatten wir alle Teddybären. Haben mit diesen geschmust, ihnen vertraut und Geheimnisse anvertraut. Also was liegt näher, als mich als Teddybär zu verkleiden?“

Netzwerk errichten

Der Verein erfüllt übrigens nicht nur Wünsche. Auch das Errichten eines Netzwerkes zwischen den betroffenen Familien ist ein wichtiger Aspekt bei Teddywünsche. Laut Kuplich können sich die Familien untereinander austauschen und sich so gegenseitig stärken. „So versuchen wir auch über das Jahr hinaus die verschiedensten Möglichkeiten zu nutzen, damit die Familien zusammen kommen. Wie unsere alljährliche Weihnachtsfeier und Besuche bei Veranstaltungen wie Apassionata oder den PyroGames“, sagt Kuplich.

Zudem bleibt der Verein auch nach den Wunscherfüllungen mit den Familien in Kontakt, sofern diese das wünschen. Und auch, wenn einer der kleinen Helden seinen Kampf verliert, sind die Menschen von Teddywünsche für die Eltern und Familien da und begleiten sie durch diese schwere Zeit. „Wenn ein Kind den Weg über die Regenbogenbrücke in den Sternenhimmel geht, sind wir an der Seite der Eltern“, sagt Maik Kuplich.

Aktuell liegen keine erfüllbaren Wünsche auf dem Tisch des Vereins, sagt Kuplich. Oftmals sei das fehlende Kapital dafür verantwortlich. Dennoch versucht „Teddy“ weiterhin, jeden Wunsch zu erfüllen.