Schönebeck l Mit dem neuen Lockdown wird auch wieder die Kinderbetreuung eingeschränkt. Bis zum 10. Januar wird in Kitas nur die Notbetreuung gewährleistet. Das bedeutet, dass nur Eltern, die in einem systemrelevanten Beruf tätig sind, ihre Kinder in der Kita abgeben dürfen. Und auch nur dann, wenn sich zuhause gar keine andere Möglichkeit zur Betreuung des Kindes finden lässt.

Dabei gab es die vergangenen Tage noch eine Übergangsfrist. Bis einschließlich Freitag (18. Dezember) konnten Eltern ihre Kinder in der jeweiligen Kita abgeben, ohne Nachweise zu erbringen. Diese Übergangsfrist ist aber am Montag zu Ende. Dann dürfen nur noch Kinder in den Einrichtungen betreut werden, deren Eltern schriftlich nachgewiesen haben, dass sie in einem systemrelevanten Beruf arbeiten. Dazu muss in den Kindertageseinrichtungen ein vom Arbeitgeber unterzeichnetes Formular abgegeben werden.

Normalerweise 70 Kinder

In der Kita „Knirpsenland“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) rechnet Kita-Leiterin Angela Spandau mit etwa 25 bis 30 Kindern, die im Rahmen der Notbetreuung beaufsichtigt werden. Normalerweise sind etwa 70 Kinder in der Einrichtung, so Spandau. „Das Verfahren funktioniert ganz gut. Die meisten Eltern wissen, wo und wie sie sich melden müssen und ob sie ihr Kind betreuen lassen können“, sagt Spandau.

Und nur, weil weniger Kinder in den Einrichtungen sind, heißt das aber nicht, dass es weniger zu tun gibt, so die Kita-Leiterin.

Immer etwas zu tun

Das bestätigt auch Sabine Krause, Leiterin der Kita „Regenbogen“ der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Betten beziehen, aufräumen, desinfizieren – es gibt immer was zu tun. Zumal unsere Erzieher ja trotzdem eine Anwesenheitspflicht haben“, sagt Krause. Auch in der Regenbogen-Kita versteht ein Großteil der Eltern, wie die weitere Betreuung abläuft. „Manchen muss man aber erklären, dass es der Sinn des Lockdown ist, dass alle so weit es geht zuhause bleiben – nach Möglichkeit auch die Kinder. Nur wenn es wirklich gar nicht anders geht und die Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, können die Kinder in die Kita gebracht werden“, sagt Sabine Krause. Wie viele Kinder in den kommenden Tagen in der Einrichtung betreut werden, lasse sich erst dann sagen, wenn es soweit ist, so Krause.

Claudia Kober, Leiterin der Kita „Pusteblume“ der Volkssolidarität, berichtet davon, dass am Anfang der Woche noch eine rege Unsicherheit unter der Elternschaft herrschte. „Nach der Mitteilung am Sonntag, dass wieder ein Lockdown kommt, waren sich einige Eltern unsicher, wann und wie sie ihre Kinder betreuen lassen können. Mittlerweile ist es aber allen klar, denke ich“, sagt die Kita-Leiterin.

Brief der Ministerin

Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hebt in einem öffentlichen Brief an alle Eltern noch hervor: „Angesichts der Erfahrungen aus dem ersten Lockdown und im Wissen, was das für einen großen Teil der Eltern und auch für die Kinder erneut bedeutet, ist uns diese Entscheidung, die noch dazu sehr kurzfristig zu treffen war, sehr schwer gefallen.“ Deshalb habe man auch die Übergangsfrist geschaffen, so Grimm-Benne weiter. Zudem appelliert die Ministerin: „Gleichwohl sind Sie alle aufgefordert, nach Kräften andere Möglichkeiten der privaten Betreuung durch Familie und Freunde zu nutzen und von der Notbetreuung nur Gebrauch zu machen, wenn diese unumgänglich für Sie ist.“

In Anbetracht der merklich steigenden Infektionszahlen müsse man handeln und wirksamere Maßnahmen ergreifen, um Kontakte zu reduzieren, begründet die Ministerin in ihrem Brief.

Formular auf Website

Das Formular für die Notbetreuung gibt auf der Website des Salzlandkreises. Unter dem Menüpunkt „Corona-Seite“ finden sich die nötigen Formulare und weitere Hinweise rund um die Corona-Pandemie.