Schönebeck l Die Not- und Unfallaufnahme des Ameos-Klinikums Schönebeck am Standort Köthener Straße wird umgebaut. Wie Krankenhausdirektorin Anna Naumann im Gespräch mit der Volksstimme erklärt, beginnen die Bauarbeiten Ende August 2018. Nach Angaben der Krankenhausverwaltung werden jährlich rund 11.600 Fälle in der Notaufnahme der Köthener Straße behandelt, überwiegend chirurgisch und unfallchirurgisch.

Der Umbau sieht auch mehr Platz zum Arbeiten vor. Patienten, Sanitäter, Ärzte und Schwestern arbeiten auf engem Raum zusammen. Im Zuge des anstehenden Umbaus werden deshalb zum Beispiel aus den ehemaligen Archivräumen – die Dokumente extern gelagert – unter anderem mehrere Eingriffsräume sowie Untersuchungszimmer, ein Schockraum, ein Aufnahmetresen und Wartebereich für die Notaufnahme entstehen. Zudem soll dort künftig klimatisiert werden. „Im Sommer ist das deutlich angenehmer für Patienten“, erklärt Anna Naumann.

2,7 Millionen Euro

Zudem wird die häufige Zusammenarbeit zwischen der Radiologie (zum Beispiel Röntgen) und der Not- und Unfallaufnahme damit räumlich verbessert. Dr. med. Jens Peter May, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, erklärt, dass dadurch die Wege kürzer werden – von vorher 100 auf nun gut 20 Meter.

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Im Zuge der Bauarbeiten werden Wände zum Parallelflur eingerissen und an anderer Stelle neu aufgebaut. Bis zu 20 Gewerke, überwiegend aus der Region, übernehmen die Umbauarbeiten. Rund 2,7 Millionen Euro investiert die Ameos-Gruppe aus Eigenmitteln für den Umbau, zu dem auch bauliche Veränderungen auf dem Außengelände dazugehören.

April 2019 in Betrieb

Die derzeit schmale Einfahrt über die Straße Am Röhrenstieg soll zukünftig durch eine neue über die Straße Am Randel ersetzt werden. Die Zufahrtsstraße wird dann darüber direkt zur umgebauten Notaufnahme an der anderen Seite des Hauptgebäudes entlang führen und hält sogar Stellplätze mit Überdachung für mehrere Rettungswagen bereit.

Aber bis es soweit ist, dauert es noch: Planmäßig soll die umgebaute Notfall- und Unfallaufnahme Ende April kommenden Jahres in Betrieb gehen, erklärt Anna Naumann. Bis dahin bleibt die „alte“ Notaufnahme im Betrieb. Ist der Umbau mit Einschnitten für die Patienten verbunden? Laut der Krankenhausdirektorin kaum. Der Umbau wird natürlich im laufenden Betrieb des Krankenhauses erfolgen, das heißt es gibt Baulärm.

Altes Gebäude wird abgerissen

Dafür sieht Anna Naumann vor, die Patienten mit Ohrstöpsel zu versorgen. Zudem werde auf die Ruhezeiten geachtet. Im Zuge des zukünftigen neuen Zufahrtsweges wird auch ein vorhandener Spielplatz vorerst weichen. Aber wie Anna Naumann versichert, werde dafür ein neuer Platz gefunden.

Die Baumaßnahme ist Teil des geplanten Zentralisierungsprojektes der beiden Schönebecker Standorte (Bad Salzelmen und Köthener Straße) in der Stadtmitte – der sogenannten „Einhäusigkeit“. Die sieht vor, den Standort Köthener Straße bis 2022 mit einem Neubau zu versehen – dafür soll ein altes Gebäudes abgerissen werden, nachdem die Notaufnahme umgebaut wurde. Die Kliniken Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Frauenheilkunde, Kinderheilkunde sowie die Innere Medizin, bestehend aus der Kardiologie, Gastroenterologie und Onkologie sowie Angilogie und Diabetologie, wären dann an einem Ort. „Bereits jetzt arbeiten die beiden Standorte eng miteinander zusammen, aber für die Patienten bestehen beschwerliche Fahrtwege“, so die Krankenhausdirektorin.