Staßfurt/Schönebeck l Bisher sind keine weiteren Tuberkulose-Erkrankungen bei Personen an der Berufsschule in Schönebeck oder in deren Umfeld aufgetreten. Das erklärte eine Sprecherin des Salzlandkreises auf Volksstimme-Anfrage zum Ende der Woche.

Bei einem minderjährigen Jugendlichen war die Erkrankung Anfang September nach einer Untersuchung im Ameos-Klinikum Schönebeck festgestellt worden. Er wird stationär behandelt. Drei Klassen des Berufsvorbereitungsjahres sind zu Tests aufgerufen. Insgesamt sind 37 Schüler sowie 26 weitere Personen aus dem direkten Umfeld des Erkrankten betroffen.

1140 Schüler

An der Berufsschule lernen rund 1140 Schüler aus dem Salzlandkreis, Magdeburg, Börde und Jerichower.

Seit dem 22. Oktober sollen sich die 63 Kontaktpersonen röntgen lassen, erklärte eine Kreissprecherin. Sie seien dazu schriftlich aufgefordert worden. „Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten sechs bis acht Wochen nach letztem Kontakt mit dem Erkrankten abgelaufen“, erläuterte Kreis-Pressesprecherin Marianne Bothe. „Das ist der früheste Zeitpunkt, an dem ein Befund erwartet wird. Die Rückläufe der Befunde sind noch schleppend.“ Das hänge damit zusammen, dass Termine zum Röntgen erst vereinbart und Befundberichte des Röntgenarztes abgewartet werden müssten.

Anstieg der Fallzahlen

„Die „bisherigen Ergebnisse waren glücklicher Weise ohne krankhaften Befund“, erläuterte Marianne Bothe. „Neue Fälle sind demnach im Zusammenhang mit dem Erkrankungsfall in der Berufsschule Schönebeck nicht aufgetreten.“

Im November sind nach Kreisangaben zusätzliche Bluttest bei den Schülern vorgesehen. Sie sollen im Landesamt für Verbraucherschutz untersucht werden. In Abhängigkeit von den Ergebnissen seien dann weitere Maßnahmen einzuleiten hinsichtlich Untersuchungen bzw. notwendiger Behandlung.

Mehr Fälle als im Vorjahr

Im Salzlandkreis ist ein Anstieg bei Tuberkulose-Fällen zu verzeichnen. 2017 gab es vier gemeldete Fälle, in diesem Jahr sind bereits sieben Erkrankungen registriert. In Sachsen-Anhalt wurden in diesem Jahr bisher 134 Fälle gemeldet, im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum 109 Fälle.