Schönebeck l Drei Klassen sind nach einem Tuberkulose-Fall an der Berufsbildenden Schule in Schönebeck zu Tests aufgerufen. Insgesamt sind 37 Schüler sowie 26 weitere Personen aus dem direkten Umfeld des Erkrankten betroffen. Dass ein Schüler mit der tückischen Krankheit infiziert ist, die unbehandelt in 50 Prozent der Fälle zum Tod führt, bestätigte Schulleiter Ronald Rumpf gestern der Volksstimme. Der Berufsschulbetrieb laufe wie gewohnt weiter.

Laut Heike Leonhardt, Leiterin des Gesundheitsamtes des Salzlandkreises, handelt sich um einen minderjährigen männlichen Jugendlichen, der in Schönebeck das Berufsvorbereitungsjahr absolviert. Bestätigt worden sei die Erkrankung Anfang September nach einer Untersuchung im Ameos-Klinikum Schönebeck. Der Jugendliche befindet sich noch immer stationär in Behandlung. Da der Erreger frühestens nach sechs bis acht Wochen nachgewiesen werden kann, wurden die Schüler und Lehrer erst jetzt vom Gesundheitsamt zu Tests aufgerufen.

Auf die Berufsbildende Schule in Schönebeck gehen derzeit 1137 Schüler, die neben dem Salzlandkreis unter anderem aus Magdeburg und dem Jerichower Land kommen. Die gefährdeten Schüler sind laut Rumpf überwiegend aus dem Altkreis Schönebeck. Im Salzlandkreis ist es in diesem Jahr der siebte Tuberkulose-Fall, 2017 waren es mit vier Erkrankungen nur etwa halb so viele. In Sachsen-Anhalt gibt es 2018 bereits 134 registrierte Fälle, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 109.

Bereits Anfang Oktober gab es in Haldensleben und in Magdeburg einen Aufruf zu einer Massenuntersuchung. Grund war ein an Tuberkulose erkrankter Hermes-Mitarbeiter aus Haldensleben. Hier wurden 200 Personen aus Magdeburg und knapp 300 aus dem Landkreis Börde zu Kontrollen aufgerufen.

In Magdeburg sind in dieser Woche die ersten 50 Bluttests angemeldet, sagt der Leiter des Magdeburger Gesundheitsamtes, Eike Hennigs. In der Börde wurden bisher 111 Personen getestet. Davon liegen 65 Ergebnisse vor, die alle negativ sind.