Schönebeck l Eine Freundschaft über Jahrzehnte hat den Historiker Hans-Joachim Geffert und den Künstler Christof Grüger verbunden. Am 31. März 2014 ist der Glas-, Metall- und Textilgestalter, der über Schönebecks Grenzen hinweg bekannt war und ist, gestorben. Mehr als zwei Jahre ist das her. Damit Christof Grüger nicht in Vergessenheit gerät, hat Hans-Joachim Geffert einen Mitstreiter in Matthias Röhricht gefunden. Gemeinsam haben sie nun einen Flyer herausgebracht, der den Künstler und sein Schaffen beschreibt. Darin enthalten sind all jene Werke, die in Schönebeck zu finden sind. Zum Beispiel der Altarbildteppich „Der sinkende Petrus“, der für das Julius-Schniewindhaus entstanden ist. Oder die bleiverglasten Fenster im Altarraum der katholischen St.-Marien-Kirche an der Friedrichstraße. „Naturwissenschaftlich interessiert, brachte er darin den Gedanken der Evolution zum Ausdruck“, schreiben die beiden Autoren in ihrem Begleittext.

1000 Exemplare haben die beiden Autoren von dem Flyer drucken lassen. Erhältlich sind die Info-Drucke in den Stadtinformationen, im Salzlandmuseum und in Arztpraxen. Mitnehmen kann diesen Flyer jeder, der Interesse daran hat. Er liegt kostenfrei aus. Matthias Röhricht und Hans-Joachim Geffert wollen damit nichts verdienen. Vielmehr nehmen die Autoren die Druckkosten auf sich. „Wir wollen einfach Christof Grüger bekannt machen“, sagt der Historiker. Wenngleich das nicht unbedingt dem bescheidenen Naturell des Künstlers entsprochen hätte.

Doch für Hans-Joachim Geffert ist es ein Bedürfnis, seinem langjährigem Freund eine Ehre zu erweisen. Zwar gibt es seit zwei Jahren eine Art Denkmal - dieses wird dem großen Werk des Künstlers aber nicht gerecht. Die Rede ist von der Gedenktafel, die aufgrund ehrenamtlichen Engagements 2014 an dem Haus in der Edelmannstraße in Schönebeck angebracht wurde, in dem Christof Grüger gelebt hatte. Hier hatten außerdem einst die Künstlerinnen Annemarie und Katharina Heise gelebt - deshalb wirft diese Tafel den Blick auf diese drei Künstler. Doch darüber hinaus? Um den Künstler und sein Schaffen schätzen zu können, muss man wissen, was in Schönebeck von ihm stammt. Da sind nämlich auch noch das Holocaust-Mahnmal im Nicolai-Gedenkpark, die sogenannten Supraporten, also Reliefs, über den Eingängen der Ladenzeile im Stadtfeld, die Plastik in Form einer Schlange in der St.-Johannis-Kirche und und und.

Das künstlerische Schaffen von Christof Grüger ist groß. Darauf macht nun der Flyer neugierig. Und: Vielleicht geht der ein oder andere Leser dann mit offeneren Augen durch Schönebeck, auf der Suche nach den Christof-Grüger-Kunstwerken.