Staßfurt l Eigentlich ist Robinienholz das bevorzugte Material, aus dem Eike Knaul Figuren entstehen lässt. Doch bei seiner Premiere zur Kunstbörse im Salzlandtheater weckt insbesondere ein pechschwarzes Werk die Aufmerksamkeit der Besucher. „Das ist Moor-Eiche“, erklärt der Künstler, ein Fund aus der Saale, zu dem er gerufen wurde. Knaul ist bekannt in Bernburg. Sein Großvater gründete die Bildhauerwerkstatt vor 99 Jahren. Die Moor-Eiche wurde zur Grundlage verschiedener „Chor“-Werke wie „Jubel-Chor“ oder „Jammer-Chor“.

Es sind nicht nur Kunstwerke, die die Teilnehmer mitbringen nach Staßfurt, sondern auch interessante Geschichten und sogar regionale Gaumenfreuden. Salzpralinen beispielsweise oder Aschers(Leber)wurst mit würzigem Thüringer Majoran, der auf Feldern rings um die Eine-Stadt wächst. Stephan Strobel präsentiert zudem „Aschersleber Mohrenköppe“. „Das ist feines Mandelbaiser mit Möhre und Vanille“, erklärt der eigentlich als Mode-Händler tätige Gast, selbst „Mohrenkopp“ – denn so würden die Aschersleber bezeichnet.

Eigener Gedichtband

„Ich bin sehr gut aufgenommen worden, als ich das erste Mal vor einem Jahr hierher kam“, ist Strobel begeistert, während er freundlich Cyriel-Walter Busse bedient. Der Kunstbörsen-Freund nutzt die Gelegenheit, ein Fläschchen Eine-Wasser zu kaufen, einen hochprozentigen klaren Kräuter. „Ich probiere gern aus, was die Region zu bieten hat“, erklärt der Arzt, „Und diese Mühe hier muss doch auch belohnt werden.“ Zudem finde man auf der Kunstbörse ganz in Ruhe schonmal Weihnachtsgeschenke.

Bilder

Und möglicherweise auch Inspirationen, wie bei den Halle-Leuchten, einem Verein freischaffender Künstler aus der Saalestadt, oder bei einer Lesung mit Danilo Pockrandt. Der Hallenser stellte sein Gedichtband „Der Kopf ist für das Denken rund“ mit eigenen Illustrationen vor. Der Förderverein des Salzlandtheaters hat sich wieder erfolgreich um attraktive Vielfalt bemüht. Auch, was die kulinarische Versorgung betrifft. Da bietet neben dem Theatercafé auch das Kauer-Catering aus Löderburg einen Imbiss, das benachbarte Alexis‘ Lounge diverse Getränke. Alles im Gedanken um eine verbindende Regionalität. Vereinsvorsitzende Bianca Görke warb bei der Eröffnung der 24. Kunstbörse darum, generell beim Einkauf das Geld hier zu lassen. Denn nicht zuletzt sei das Salzlandtheater auf Spenden angewiesen – und die kämen nicht aus Bonn oder Berlin , sondern von Gewerbetreibenden von hier.