Bad Salzelmen l Betriebsleiterin Sibylle Schulz vom Solepark schlägt Alarm. „Der Soleturm ist stark sanierungsbedürftig und insgesamt in einem problematischen Zustand“, sagt sie. Wind und Wetter haben demnach die Fugen in dem denkmalgeschützten Wahrzeichen von Schönebeck und Bad Salzelmen ausgewaschen. „Es lösen sich immer wieder Steine vom Soleturm und fallen herab“, sagt Sibylle Schulz.

Halbe Seite am Turm abgesperrt

Tatsächlich musste bereits im vergangenen Sommer die halbe Außenseite des Bauwerkes zum Schutz von Passanten abgesperrt werden. Hinzu kam ein sogenannter Fußgängertunnel, provisorisch errichtet aus einem Baugerüst und mehreren Holzplatten, auf denen bereits zahlreiche herabgestürzte Steine liegen. Mit dieser notdürftigen Konstruktion sollen Passanten vor bösen Überraschungen von oben geschützt werden.

„Wir haben den Turm notdürftig gesichert und konnten ihn bisher offen halten“, sagt die Betriebsleiterin. Wobei die Betonung auf dem Wort „bisher“ liegt. Und so ist es fast schon überraschend, dass noch niemand von herabstürzenden Brocken verletzt wurde. Im Büro von Sibylle Schulz soll ein herab gefallenes Bruchstück liegen, das so groß wie ein Ziegelstein ist. Überraschend auch, dass noch keine Behörde auf die Idee gekommen ist, den Turm zu schließen.

Die Kosten für die Sanierung des Turmes werden auf rund 130.000 Euro geschätzt, Kostensteigerungen nicht eingepreist. Eine ziemliche Stange Geld, die der Solepark selbst aus seinen Rücklagen finanzieren muss. Zumal das älteste Soleheilbad Deutschland auch immer wieder Ausgaben für den Solequell, das Gradierwerk oder den Park stemmen müsste. „Der Solepark konnte deswegen in der Vergangenheit nie so viel Geld zur Seite legen, wie es notwendig gewesen wäre“, weiß auch der Schönebecker Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). Jedes Jahr muss die Stadt etwa zwei Millionen Euro dazu schießen. Doch selbst das reicht kaum aus. Und in Zukunft müsste der Solepark eigentlich sogar noch Geld einsparen. Wie das möglich sein soll, ist völlig unklar.

Doch beim Werben für die Sanierung des Soleturms zieht Betriebsleiterin Sibylle Schulz inzwischen alle Register. „Der Soleturm ist das Wahrzeichen und das Aushängeschild des Soleparks. Es ist einfach imageschädigend für Schönebeck, wenn er in so einem schlechten Zustand bleibt“, sagte sie. Sollte der Soleturm tatsächlich geschlossen werden, müssten auch zahlreiche Veranstaltungen gestrichen werden. Auch der Kunsthof wäre dann nur noch sehr eingeschränkt vermietbar. Den viele Gäste würden auch gern den Garten am Soleturm mitnutzen. „Außerdem ist der Solepark nicht zuletzt ein wichtiger Touristenmagnet und ein weicher Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen in Schönebeck“, gab Sybille Schulz zu Bedenken. Es müsse daher dringend etwas geschehen.

Inzwischen wurde ein Fördermittelantrag für die Sanierung des Soleturms über 30.000 Euro beim Land Sachsen-Anhalt gestellt. „Der Fördermittelantrag wurde etwas spät gestellt. Aber wir wollen trotzdem versuchen, dass wir im aktuellen Haushalt noch kurzfristig Geld für die für die notwendige Sanierung finden“, sagte Gunnar Schellenberg (CDU), Kulturstaatssekretär beim Land Sachsen-Anhalt. Denn gerade im heimischen Salzlandkreis müsse der Politiker nach eigenen Angaben die Denkmäler erhalten.

Dass der Fördermittelantrag möglicherweise zu spät beim Land Sachsen-Anhalt eingereicht wurde, habe demnach auch damit zu tun, dass viele Programme gar nicht bekannt seien. „Schönebeck hat sich in der Vergangenheit bei Fördermitteln eher zurück gehalten und kann jetzt auch mal profitieren“, sagte Gunnar Schellenberger zuversichtlich.

Im besten Fall könnte der Soleturm noch in diesem Jahr saniert werden. Das wäre aber auch dringend notwendig, so Sibylle Schulz. Denn spätestens im nächsten Winter würde das Bauwerk bei kalten Temperaturen noch weiter in Mitleidenschaft gezogen werde. Und dann würden die Reparaturen vermutlich noch teurer.