Bernburg l Weiterführen was er begonnen hat. Das will der amtierende Landrat Markus Bauer (SPD). Und genau deshalb tritt er erneut zur Wahl um das Landratsamt im Salzlandkreis an. „Ich möchte mich als Landrat weiterhin für meine Heimat engagieren.“ Und die Hauptthemen dieses Engagements hat Markus Bauer in drei Ws zusammengefasst: Wohnen, Wirtschaft und Wissenschaft. Themen, an denen er in den zurückliegenden sieben Jahren als Landrat bereits gearbeitet hat.

Lebenslauf

Geboren im Jahr 1971 in Calbe ist Markus Bauer in Nienburg (Saale) aufgewachsen und wohnt heute mit seiner eigenen Familie in dem Ort, in dem der 49-Jährige vor seiner Tätigkeit als Landrat von 2001 bis 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister und nach der Gemeindegebietsreform schließlich zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Nienburg im Jahr 2009 wurde. In die SPD ist der Nienburger 2003 eingetreten.

Gelebt hat Markus Bauer aber nicht immer in Nienburg. Nach einer Ausbildung zum Kachelofenbauer, die er noch in der DDR abgeschlossen hatte, verschlug es den damals 18-Jährigen Anfang 1990 nach Lörrach in den Schwarzwald und von dort aus im Jahr 1992 für drei Jahre beruflich in die Schweiz, genauer gesagt nach Basel. Mit Blick auf seine schulische Weiterbildung direkt nach der Lehre strebte er schließlich ein Studium in Wirtschaftsrecht und Internationalen Handel an. Und das absolvierte Bauer schließlich in München im Rahmen seiner zwölfjährigen Verpflichtung bei der Bundeswehr, in der er als theoretischer und praktischer Ausbilder im Fahrschulwesen tätig war. Eine Zeit, die den 49-Jährigen noch heute prägt, hat er aus dieser doch viele Fähigkeiten mitgenommen, die ihm auch als Landrat helfen.

Drei Töchter

In seiner Heimatstadt Nienburg lernte er dann schließlich seine Frau Kathrin kennen. „1997 sind wir in Nienburg zusammengezogen“, berichtet Bauer. Das und auch die ehrenamtliche Tätigkeit als Bürgermeister ab 2001 sei aber nur möglich gewesen, weil die Bundeswehr als Arbeitgeber sein Engagement toleriert hat.

Drei Töchter hat das Paar mittlerweile. 1999 wurde Maximilia geboren, 2008 Ida Marie und 2010 dann schließlich Anna Helene. „Das sind die Namen der Omas und Uromas“, erklärt Markus Bauer im Gespräch mit der Volksstimme. „Familie ist für mich ganz persönlich ein wichtiges Thema“, sagt der Nienburger. So wohnen die Eltern des 49-Jährigen in Nienburg nur zwei Häuser weiter und ohnehin verbringe die Familie so viel Zeit wie möglich zusammen. Zumindest immer dann, wenn es der Job als Landrat zulässt.

Gemeinsames Fahrradfahren

Gemeinsam fahre die Familie viel Fahrrad. „Oft auf dem Saaleradweg“, sagt Markus Bauer. Mit Blick auf seine Handwerks-ausbildung mag es Markus Bauer, aber auch mal selber etwas zu gestalten. Zuletzt habe er gemeinsam mit seiner Familie beispielsweise einen Gartenofen gebaut. „Das hat sich aufgrund begrenzter Zeit zwar hingezogen, bis der Ofen dann mal fertig war, aber es hat sich gelohnt“, findet der 49-Jährige.

Sich selbst beschreibt Markus Bauer als zielorientiert, familiär und konditionsstark. Zu letzter Eigenschaft erklärt er: „Sonst hätte ich bestimmte Dinge – seien sie beruflich oder privat – nicht durchhalten können.“ Er berichtet von seiner Teilnahme am Wüstenmarathon „Marathon de Sables“ in Marokko im Jahr 2003. Bauer sagt: „Von diesen Erfahrungen profitiere ich noch heute.“ Denn Markus Bauer geht gern laufen. Doch zum Joggen komme er leider nur noch selten. Dennoch will er sich nach dem Wüstenlauf der kalten sportlichen Herausforderung stellen, am Eis-Marathon über den zugefrorenen Baikalsee in Russland teilzunehmen.

Krisenmanagement

Herausforderungen stellen muss sich Markus Bauer aber auch als Landrat. Drei „Krisen“ sind es mittlerweile, die der 49-Jährige in seiner Tätigkeit als Landrat bewältigen musste beziehungsweise muss. Er zählt auf: „Die Flüchtlingskrise 2015, die Geflügelpest und die derzeitige Corona-Krise.“ Die Führungsausbildung bei der Bundeswehr sei in all diesen Phasen hilfreich gewesen, um diese Krisen zu managen. Denn das – Krisenmanagement – habe er in seiner Zeit bei der Bundeswehr gelernt. Und auch, wie man mit Mitarbeitern umgehe. Immerhin arbeiten in der Kreisverwaltung und den kreislichen Eigenbetrieben über 1000 Mitarbeiter. „Das ist eine riesen Verantwortung“, findet Bauer. Eine Verantwortung, der er stets mit Demut begegne. Seine Arbeitsweise beschreibt er selbst als nicht hektisch, strukturiert und zielorientiert. „Am Ende geht es immer um die Menschen im Kreis“, erklärt er und beschreibt, dass er Entscheidungen, die er sozusagen als Sprachrohr zwar verkünde, aber nie ganz allein treffe, sich dabei immer auch die Frage stelle: „Wie würde ich mich fühlen, wenn ich diese Entscheidung höre?“

Gewählt wird im Salzlandkreis am 24. Januar 2021. Was sich der amtierende Landrat für diesen Tag wünscht? „Dürfte ich mir für das neue Jahr etwas wünschen, wäre es eine hohe Wahlbeteiligung.“ Der 49-Jährige selbst blickt dem Wahltag eher gelassen entgegen – wenn auch der Countdown auf seiner Homepage etwas anderes vermuten lässt – denn schließlich geht der Arbeitsalltag als amtierender Landrat bis dahin ja weiter. Ein Arbeitsalltag in der Corona-Krise.