Im Rahmen eines Jobcenter-Projektes bewirtschaften Langzeitarbeitslose in einer Bierer Kleingartenanlage brachliegende Parzellen

Leere Gärten für guten Zweck wiederbeleben

Von Andreas Pinkert

Es ist eine Kooperation, die nicht nur sprichwörtlich Früchte trägt: Vier Langzeitarbeitslose bewirtschaften in einer Arbeitsmarktmaßnahme erfolgreich rund 2000 Quadratmeter unverpachtetes Gartenland des Bierer Gartenvereins "Erholung". Jede Menge Obst und Gemüse wurde bislang schon geerntet und an "Suppe und Seele" in Schönebeck geliefert. Dort kommt es Bedürftigen zu Gute.

Biere. Ein Drittel der insgesamt 160 Parzellen der Bierer Kleingartenanlage stehen leer. Eine Entwicklung, die auch andernorts für Sorgenfalten sorgt. Doch der Bierer Vorstand des Gartenvereins "Erholung" wollte sich damit nicht einfach abfinden und fand durch eine Maßnahme des Jobcenters Schönebeck eine Lösung. "Durch die seit Jahren genehmigten Maßnahmen ist es uns möglich, unserer Anlage ein ordentliches Aussehen zu geben. Nicht nur Kleingärtner, sondern auch viele Spaziergänger erfreuen sich an dem Kleinod", spricht Vorstandsmitglied Christel Kramer dem Jobcenter einen Dank aus. Große Anerkennung gebühre vor allem den zugewiesenen Arbeitskräften, die auf den brachliegenden Flächen für hervorragende Ernten sorgten.

Rund 3000 Pflanzen in die Erde gesetzt

Unter der Obhut von Gartenfreund Rainer Schopf roden sie unter anderem alte Bäume oder beschäftigen sich mit der Anzucht von Pflanzen. Zu Beginn der Saison setzten die zwei Frauen und drei Männer rund 3000 Pflanzen in den Boden, der bundesweit als einer der fruchtbarsten gilt. Die Palette ist breitgefächert und reicht von Blumenkohl, Salat über Erdbeeren und Tomaten bis hin zu Kartoffeln und grünen Bohnen. Über Monate wird umgegraben, Unkraut entfernt, geharkt und gegossen Durch die gute Pflege und trotz der Wetterkapriolen in diesem Jahr gedeihen Obst und Gemüse prächtig. Schon jetzt ist klar, dass es eine gute Ernte wird. Christel Kramer führt darüber akkurat Buch (s. Infokasten). "Bis zum Maßnahmeende am 31. Oktober gibt es noch viel zu ernten", blickt die langjährige Mitarbeiterin der ehemaligen Kreisverwaltung voraus. "Ohne die Unterstützung weiterer Gartenfreunde im Hintergrund, des Kleinmühlinger Gartenbaubetriebes, der Lorica Windpark GmbH oder von Dr. Lutz Wendhaus vom Agrarprodukte-Handel kommen diese Ergebnisse nicht zustande", sagt Vorsitzender Dieter Wiemann.

Die reiche Ernte kommt Bedürftigen der Schönebecker Einrichtung "Suppe und Seele" des Vereins Vigaro zugute. Mit einem Kleinbus holen Mitarbeiter regelmäßig das Obst und Gemüse ab. "Damit wird der Speiseplan der von uns ausgegebenen Mahlzeiten bereichert", sagt Sozialpädagoge Gorm Geißler, der die gute Zusammenarbeit mit den Kleingärtnern lobt. Auch sogenannte "Vitaminbeutel" würden mit den Bierer Produkten gefüllt.

"Doch ohne eine feste Ansprechpartnerin wie Christel Kramer, die zwischen den Arbeitern, dem Jobcenter und ¿Suppe und Seele‘ koordiniert, würde solch ein Projekt nicht funktionieren", sagte Jobcenter-Fachbereichsleiter Sven Hause. "Es ist schon beachtlich, was in Biere geschaffen wird.

Christel Kramer wünscht sich wie weitere Beteiligte, dass das Jobcenter auch im kommenden Jahr die Maßnahme genehmigt.