Schönebeck l Das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts erlaubt den Bauern nun doch den Einsatz von Gift, um der Mäuseplage Herr zu werden. Dabei muss aber dennoch auf den geschützten Feldhamster Rücksicht genommen werden. Der kleine Nager kommt auch auf Flächen im Salzlandkreis vor.

Katharina Elwert, Geschäftsführerin des Bauernverband Salzland, sagt: „Angesichts der Schäden, welche die Mäuseplage schon angerichtet hat, begrüßen wir den Kompromiss. Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv dafür eingesetzt, dass unsere Landwirte eigenverantwortlich Mäuse auch in Hamstergebieten bekämpfen können.“

Kontrolle durch Landwirte

Der von Elwert angesprochene „Kompromiss“ ist, dass die Nutzung der sogenannten Rodentizide nur unter bestimmten Bedingungen gestattet ist. So muss die geplante Anwendung mit Vorlauf von mindestens fünf Werktagen und unter Nennung der konkreten Fläche beim Pflanzenschutzdienst angezeigt werden. „Feldhamster dürfen auf der Fläche und in unmittelbar angrenzenden Bereichen nicht vorkommen. Hierzu führt der Landwirt eigene Kontrollen durch und dokumentiert diese“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Zudem informiert der Pflanzenschutzdienst den Landwirt über aktuelle Feldhamstervorkommen auf der zu behandelnden Fläche. „Widerspricht die Behörde nicht, darf der Landwirt mit der Mäusebekämpfung beginnen“, erklärt Elwert. Die Landwirte hingegen müssen den Einsatz des Giftes dokumentieren.

Erfüllbare Kriterien

Diese Auflagen zum Schutz der Hamster hält die Geschäftsführerin des Bauernverband Salzland für erfüllbar. Trotzdem würde sich erst noch zeigen, ob das Verfahren praktikabel ist, fasst Katharina Elwert zusammen.

Michael Wunschik, Vorsitzender beim Naturschutzbund (Nabu) Schönebeck, sieht die fünf Tage Vorankündigung als ausreichend an. „Diese Zeit sollte aus unserer Sicht genutzt werden, um das Vorkommen von Feldhamstern auf der Fläche durch die Untere Naturschutzbehörde zu kontrollieren“, sagt Wunschik. Sollten Feldhamster nachgewiesen werden, sollte die Anwendung verboten werden, so der Nabu-Mann.

Gift mit Legeflinte eingesetzt

Was die Anwendung der Rodentizide angeht, so werden die Giftköder mittels einer „Legeflinte“ direkt in die Mäuselöcher eingebracht. So soll sichergestellt werden, dass tatsächlich nur Mäuse die Köder fressen, erklärt Elwert. Die Hamsterbaue wären gut von Mäuselöchern zu unterscheiden. Auch Michael Wunschik sieht diese Art der Mäusebekämpfung als die „für Feldhamster noch am ehesten vertretbare Methode“ an.

Laut Landwirtschaftsministerium gilt die Regelung zum Giftködereinsatz bis einschließlich den 31. Oktober. Zudem wird mitgeteilt, dass die Verantwortung für die Einhaltung der Anwendungsbestimmungen und der gesetzlichen Regelungen zum Artenschutz im vollen Umfang dem Landwirt obliegen.