Schönebeck l Gleich mehrere kritische Beobachtungen rund um den Schönebecker Marktplatz hat ein Leser, der nicht genannt werden möchte, der Volksstimme mitgeteilt. Eine Sache, die dem Anwohner schon seit über zwei Jahren sauer aufstößt sei, dass regelmäßig Autos auf dem Fußweg vor der Volksbank parken. Das behindere nicht nur andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger, sondern könne auch Unfälle verursachen. Und hinzu kommt noch: Es ist nicht erlaubt.

Bei dem Schönebecker Marktplatz handelt es sich nämlich um einen verkehrsberuhigten Bereich, was bedeutet, dass Autos nur auf eindeutig dafür gekennzeichneten Flächen parken dürfen – beispielsweise auf den Flächen vor dem Lotto-Geschäft.

Halten zum Ein- und Aussteigen

Wie Stadtsprecher Frank Nahrstedt mitteilt, ist lediglich das Halten zum Ein- oder Aussteigen und zum Be- oder Entladen erlaubt. „Das Abheben von Bargeld gehört regulär nicht zum Be- und Entladen“, stellt Nahrstedt klar. Fakt ist also: Wer „nur kurz“ anhält, um Bargeld abzuheben oder Kontoauszüge auszudrucken, der handelt rechtswidrig.

Und doch kommt das immer wieder vor, wie eine Mitarbeiterin in der Schönebecker Volksbankfiliale bestätigt. Sie sagt: „Wir weisen dann auch darauf hin, dass das nicht erlaubt ist. Zudem befindet sich ja nur wenige Meter entfernt ein Parkplatz, der genutzt werden kann.“ Doch mehr, als diesen Hinweis zu geben, können die Bankmitarbeiter auch nicht geben. Hinzu komme noch, dass die Parkplätze der Bank auch durchaus von Autofahrern genutzt werden, die gar keine Volksbank-Kunden sind.

Marktplatz ist keine Ausnahme

Die Stadt kann die Beobachtungen des Anwohners, dass es dort „regelmäßig“ zu Verstößen kommt, aber weder bestätigen, noch dementieren. Vielmehr würden flächendeckend im gesamten Stadtgebiet Verkehrsverstöße im ruhenden Verkehr erfolgen. „Der Marktplatz stellt hier keine Ausnahme dar. Eine Einzelfallauswertung ist aufgrund von Löschfristen und fehlenden – nicht notwendigen – Statistiken nicht möglich. Derzeit ist hier kein Schwerpunkt ersichtlich“, teilt Nahrstedt mit.

Kein Schwerpunkt also. Einen Lösungsvorschlag hat der Markt-Anwohner dennoch parat: Um Autofahrern das Parken auf dem Fußweg unmöglich zu machen, könnten die vor der Bank stehenden Fahrradbügel vorverlegt beziehungsweise zusätzliche errichtet werden. Das würde nicht nur das Problem mit den Parksündern lösen, sondern auch gleichzeitig den Radfahrern entgegenkommen.

Abendliche Ruhestörung

Neben den Parkverstößen gibt es laut dem Anwohner noch ein Problem – wofür er allerdings keine Lösung anbieten kann. So würde es immer wieder zu abendlichen Ruhestörungen kommen. Doch weder Polizei, noch das städtische Ordnungsamt würden Abhilfe schaffen.

Frank Nahrstedt teilt dazu mit, dass Ruhestörungen grundsätzlich im Sicherheits- und Ordnungsamt angezeigt werden können. „Außerhalb der Dienstzeiten kann ruhestörender Lärm über die Polizei angezeigt werden.“ Ob anschließend ein Einschreiten des Sicherheits- und Ordnungsamtes nötig wird, ist laut Nahrstedt von der Art des Lärms und der notwendigen Eigensicherung der Mitarbeiter abhängig. Zudem würden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch außerhalb der regulären Dienstzeiten Kontrollen durchführen – und zwar zielgerichtet und dann, wenn die Beschwerdelagen zuvor angezeigt worden sind.

Prioritätensystem bei Polizei

Auf Nachfrage bei der Polizei teilt Marco Kopitz, Sprecher des Polizeirevier Salzlandkreis, mit: „Regulär ist für Ruhestörung zwar das Ordnungsamt zuständig, aber nachts erreicht man dort natürlich niemanden. Daher ist die Polizei dann zwar schon der richtige Ansprechpartner. Es muss aber bedacht werden, dass wir ein Prioritätensysten haben.“

Soll heißen: Die Streifen gehen der Sache nach und konfrontieren mögliche Ruhestörer. Zumindest dann, wenn sie Zeit dafür haben. Verkehrsunfälle oder kriminelle Delikte werden nämlich – nachvollziehbarer Weise – vorrangig behandelt.