Barby l Bürgermeister Torsten Reinharz (SPD) hat am Mittwoch zusammen mit Sportvereinschef Steffen Grafe und Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) den Grundstein für die neue Sporthalle in Barby gelegt. 2013 war die Sporthalle vom Drängwasser, welches nach Barby strömte, überschwemmt worden. „Das Wasser lief hier damals durch“, sagte Torsten Reinharz. Die Schäden waren beträchtlich. Eine Sanierung der Halle hätte kaum gelohnt. Die Stadt entschied sich für einen Neubau. Diesmal steht die Sporthalle etwas höher. Gut 30 Zentimeter über dem Straßenniveau liegt die Bodenplatte nun.

Die Außenseiten sind bereits so präpariert, dass Wasser nicht mehr in das Bauwerk eindringen kann, so die Fachleute. Aus dem Hochwasser-Fonds des Bundes wird der Ersatzneubau komplett für die Kommune finanziert. Die Einfeld-Sporthalle kostet gut 3,2 Millionen Euro, sagte Torsten Reinharz. Die Sanierung des Sportplatzes dahinter habe bereits 1,1 Millionen Euro gekostet. Für den Sport gibt die Kommune so mehr als vier Millionen Euro aus. Ohne die Unterstützung aus dem Hochwasser-Fonds hätte sich das die Stadt nie leisten können, sagt er auch.

Allerdings dauerte es auch gut vier Jahre, bis der Ersatzbau starten konnte. Dass in der Zwischenzeit der Breitensport nicht zusammengebrochen ist, sei vor allem den Sportler zu verdanken, sagt er. Mit Ausdauer und Geduld hätten sie ihr Hobby weiter betrieben, lobt er.

350 Mitglieder

350 Mitglieder zählt Blau-Weiß Barby, sagt Vereinschef Steffen Grafe. Den Hallensport betreiben die Barbyer im nahen Gnadau. Für den ehrenamtlich organisierten Verein bedeutet dies vor allem eine logistische Herausforderung. Schließlich müssen gerade im Kinder- und Jugendbereich die Sportler von und zur Wettkampfstätte gebracht werden. Das sei eine echte Herausforderung, schätzt er ein. Daneben beteiligen sich die Hobbysportler auch am Punktspielbetrieb.

Steffen Grafe hat die Urne für die Grundsteinlegung vorbereitet. In dem Kupferzylinder hat er die üblichen Dinge verstaut. Neben etwas Kleingeld und einigen Unterlagen gibt es auch ein Exemplar der Volksstimme.

Sie freue sich sehr, bei der Grundsteinlegung dabei zu sein, sagt Sozialministerin Petra Grimm-Benne. Sie sei erleichtert, dass das Vorhaben nun umgesetzt werde. Damit gebe es bei der Bewältigung der Hochwasserschäden einen nächsten Schritt.

Mit Sozialtrakt

Allerdings müssen die Sportler noch etwas warten, bis sie den Neubau auch nutzen können. Erst zum Ende des kommenden Jahres soll die Sporthalle für die Schulen und den Vereinssport nutzbar sein. Neben der reinen Sporthalle wird es auch noch einen Sozialtrakt geben. Im Sommer 2013 war der ganze Bereich und die angrenzende Neubausiedlung vom Drängwasser stark überflutet worden. Zwar hielten die Deiche dem Wasserdruck stand. Dennoch suchte und fand das Wasser aus der Saale einen Weg durch den Kies und sprudelte hinter den Deichen aus dem Boden. Anschließend folgten die Wassermassen einfach dem Höhenverlauf. Barby liegt dabei etwas tiefer als die Umgebung. Die kleine Senke reichte allerdings, um den Wasserstrom in die Stadt zu lenken. Die etwas tiefer liegenden Straßen in der Elbestadt füllten sich schnell mit dem stark einfließenden Wasser und überfluteten dabei Gebäude.

Trotz eines großen Einsatzes von Helfern gelang es damals nicht, die Wassermassen in den Griff zu bekommen. Tagelang kämpften die Barbyer gegen das steigende Wasser an. Neben öffentlichen Einrichtungen wie der Sporthalle waren auch viele private Häuser vom Wasser betroffen und die Schäden daher beträchtlich.