Schönebeck

Neue Ausstellung

Am Donnerstag nun wird die zweite Dauerausstellung im Salzlandmuseum eröffnet. Sie trägt den Titel „LebensStröme".

Von Kathleen Radunsky-Neumann

Bad?Salzelmen l Gute Nachricht für die Fans des Salzlandmuseums: Die Kajüte ist wieder da. Als die Bildungseinrichtung vor rund einem Jahr neueröffnet wurde, „wurden wir angemahnt, wo die Kajüte ist“, berichtet Petra Koch, Leiterin des Salzlandmuseums. Das historische kleine Eckchen, das aus Holz besteht und den Wohnraum eines Schiffskapitäns imitiert, gehörte irgendwie schon immer zum Museum und war demzufolge ein Anziehungspunkt. „Doch zu unserer ersten Dauerausstellung, die sich dem Salz widmet, passte die Kajüte nicht“, erklärt Petra Koch, warum sich die Stammgäste etwas gedulden mussten. Das Warten hat sich gelohnt. Denn ab Donnerstag kann genau diese Kajüte wieder betrachtet werden - jetzt sogar in einem neuen, besseren Gewand.

„Wir haben sie etwas vergrößert“, erklärt die Museumsleiterin. Und das wirkt. Nun kann der interessierte Besucher nicht nur durch die Tür hineinlunschen, sondern die Kajüte betreten und die Details von Nahem betrachten. „Denn diese Einheit ist zusätzlich mit einigen neuen Utensilien bestückt“, sagt Petra Koch.

Doch es gibt nicht nur das gute Alte in dem inzwischen komplett neuem Salzlandmuseum. In den vergangenen fünf Jahren hat sich Einiges getan - vergleichbar mit dem Zustand vor der Sanierung und Umgestaltung ist das Museum nicht mehr. Die erste der zwei Dauerausstellungen wurde im vergangenen Jahr eröffnet. Sie widmet sich unter dem Titel „Salzspüren“ dem Salz und ist in dem „alten“ vorderen Bau aus dem 14. Jahrhundert beheimatet.

Am Donnerstag nun wird auch der hintere „jüngere“ Gebäudeteil von 1913 eingeweiht und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „LebensStröme - Binnenschifffahrt auf Elbe, Saale und Bode“ lautet der Titel, der sich durch die vier Ausstellungsräume der oberen Etage hindurchzieht.

Der Startpunkt befindet sich an der Treppe. Hier wird der Besucher durch ein blaues Band am Boden - es symbolisiert den Fluss - abgeholt. „Wir haben den Verbindungsgang zwischen Alt- und Neubau extra mit einbezogen“, sagt Petra Koch. Statt weiter zu erklären, setzt sie eine Zäsur und lässt den Gast die Ohren spitzen. Ein gewisses Rumpeln ist im Hintergrund zu hören. „Dieses Geräusch soll den Besucher anlocken“, sagt sie. Die dumpfen Töne sollen den typischen Maschinenraumlärm nachahmen, denn der Gang führt direkt auf eine Tür zu, die selbstverständlich wie der Eingang zum Maschinenraum aussieht.

Wer diese Tür nicht öffnet, dem bleibt vieles verschlossen. „Wir wollen mit den neuen Ausstellungen unsere Besucher viel zum Anfassen animieren“, nennt Petra Koch einen Hintergrund. Soll heißen: Die Tür öffnen und in das Leben am, im und mit dem Fluss hineintauchen.

Der erste Raum beinhaltet eine große Karte des Salzlandkreises, auf der die Bevölkerungsentwicklung plastisch dargestellt ist. Gleichzeitig zeigt sie, wie sich der Weg des Flusses in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. „Bis in das zehnte Jahrhundert lag Schönebeck beispielsweise gar nicht an der Elbe“, informiert an dieser Stelle Frank Löbig. Er zeichnet als Mitarbeiter des Museums zusammen mit der Leiterin verantwortlich für die neue inhaltliche Ausrichtung des Hauses.

In dem ersten Ausstellungsraum symbolisieren zudem einzelne Objekte aus dem gesamten Salzlandkreis die historischen Zusammenhänge. Das sind zum Beispiel ein Telefon, das erstmals 1877 in Aschersleben genutzt wurde, oder eine Dampfmaschine, die früher beim Gradierwerk in Schönebeck betrieben wurde, oder ein Radio, das für Staßfurt steht, oder ein Eiszeit-Mammut, das den Ort Barby kennzeichnet.

Entlang des blauen Flusses am Boden führt der Weg weiter in den zweiten Raum, der sich dem Fortschritt am Fluss widmet. „Wie haben sich die Schiffarten entwickelt, zeigen wir an einzelnen Exemplaren“, sagt hier Frank Löbig und zählt den einfachen Kahn, die Dampfmaschine und das Kettenschiff sowie das Passagierschiff als Beispiele auf.

Mitten im Raum steht zudem ein Dampfmaschinenmotor - er kann von Hand gekurbelt werden. „Diesen Motor hatten wir schon immer hier, für die Besucher war nur nicht ersichtlich, was er zu bedeuten hat“, sagt Petra Koch, das sowohl alte als auch neu integrierte Objekte die „LebensStröme“ mit Leben füllen.

Im dritten Raum schließlich befindet sich die eingangs erwähnte Kajüte. Passend zum Thema können die Besucher hier ein Steuerrad in die Hand nehmen, eine Schiffsglocke läuten und eine sogenannte Flüstertüte ausprobieren. „Hervorzuheben ist hier auch das Bild von Wolfgang Wanckel, dem Begründer des Salzlandmuseums“, sagt Petra Koch.

Vom Anfang geht es schließlich zum Ende. Das bezeichnet die Hauschefin jedoch lieber als Ausblick. Hier wird die heutige Leistungskraft des Salzlandkreises gezeigt. Firmen wie Esco (Bernburg), Cito (Calbe) und Nammo (Schönebeck) stellen ihre Produkte aus. „Damit schließen wir den Kreis“, sagt Petra Koch.

Damit ist auch das Salzlandmuseum an sich zu rund 95 Prozent fertig. „Zwei Räume sind noch offen, die wir gestalten werden“, sagt Petra Koch. Hier sollen noch einmal das Thema Salz sowie die Kreisgrabenanlage bei Zackmünde gewürdigt werden. Petra Koch und Frank Löbig jedenfalls freuen sich, dass die fünfjährige Umbauzeit des Salzlandmuseums nahezu abgeschlossen ist - ein Fakt, der übrigens zum großen Teil dem engagierten Förderverein zu verdanken ist. „Denn nun können wir uns mehr der Museumsarbeit widmen“, sagt Frank Löbig. Gemeint sind thematische Führungen und Angebote für Schulen. Und natürlich die weitere Inventarisierung des riesigen Fundus. „Uns wird nicht langweilig“, sagt die Museumschefin, die sich auf zahlreiche Interessenten freut.

„LebensStröme“ wird am Donnerstag, 2. Juli, um 19 Uhr eröffnet.