Trabitz/Calbe l Der VSR-Gewässerschutz e.V. nahm Ende Juli 2018 an vier Stellen im Salzlandkreis insgesamt 85 Proben von Brunnenwasser entgegen. In mehr als 40 Prozent lag die Nitratkonzentration oberhalb des deutschen Grenzwertes. Spitzenreiter sind jeweils ein Brunnen im Calbenser Ortsteil Trabitz sowie in Baalberge.

Sieht der deutsche Gesetzgeber einen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter vor, liegt der festgestellte Wert jener beiden Wasserproben bei über 300 Milligramm Nitrat pro Liter. Damit ist der Grenzwert um mehr als das Sechsfache überschritten. Im Salzlandkreis sind diese privat genutzten Brunnen damit weitestgehende Spitzenreiter in Sachen Nitratkonzentration.

Auch Förderstedt ist belastet

Ähnlich stark belastete Brunnenproben wurden laut Diplom-Physiker Harald Gülzow in Förderstedt (205 Milligramm, in Hakeborn (186) aber auch Calbe und Zuchau (jeweils 154) festgestellt. Aufgrund der Grenzwertüberschreitung kann das Wasser nicht mehr zum Trinken oder aber zum Befüllen eines Fischteiches genutzt werden. Letzteres könnte zu einer massenhaften Vermehrung von Algen führen. Abgestorbene Pflanzen könnten dadurch ein Fischsterben verursachen.

Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Aber, betont Marianne Bothe in ihrer Funktion als Sprecherin des Salzlandkreises, sei Nitrat auch ein essentieller Pflanzennährstoff. Jedoch nur in einem bestimmten Umfang, der von der Pflanze als Nährstoff verarbeitet werden kann. Gesundheitsgefährlich werde der Verzehr solchen angebauten Gemüses allerdings nicht.

„Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Bewässerung mit diesem Brunnenwasser wiederum eine Belastung des Bodens mit sich bringt, welche sich schlussendlich erneut im Grundwasser abbildet“, heißt es aus der Pressestelle des Kreises weiter.

Grundwasser ist das Problem

Woher kommen die erhöhten Nitratwerte? Marianne Bothe verweist auf Grundwasserstände im gesamten Kreis. Diese sinken seit 2016. Dem Grundwasserkörper stehe eine geringeres Wasservolumen zur Verfügung. Heißt: Vorhandenes Nitrat könne sich somit auf weniger Wasser „verteilen“. Dies führe zu eine höheren Nitratbelastung als in vergangenen Jahren, als die Grundwasserstände noch höher standen.

Gefährlich ist Nitrat, wenn es sich in Nitrit umwandelt. Einige dieser Nitrit-Verbindungen stehen zudem im Verdacht, krebserregend zu sein.