Zuchau l „Da sind wir manchmal selbst überrascht, was auf uns zukommt“, gestand der Zuchauer Feuerwehrkamerad Dietmar Schneider. Denn Ortswehrleiter Mike Mikoleit pflegt die Angewohnheit, einige Disziplinen immer erst auf den letzten Drücker zu ersinnen. So zum Beispiel jene, die er „Lattenlauf“ nennt. Dabei stand allerdings eher das Werfen und Fangen, weniger das Laufen im Vordergrund.

Gummihandschuh mit Wasser

Mikoleit hatte dazu am sauerstoffreichen Sonnabendvormittag einen tollen Einfall gehabt. Warum nicht mal ein rohes Ei, ein leeres Bierfass, ein Strahlrohr und einen zusammen gerollten Feuerwehrschlauch über einen Ringreitgalgen werfen und auf der anderen Seite wieder auffangen? (Freilich alles einzeln ...) Was die Motorik der Kameradinnen und Kameraden auf unterschiedliche Weise herausforderte. Die einen wurden von ihren Sportgeräten fast erschlagen, weil sie den Wurfwinkel falsch einschätzten, andere machten der Disziplin Ehre. Am besten gelang das mit einem leeren Bierfass (bitte jetzt nicht wieder die üblichen Spitzfindigkeiten von wegen Feuerwehr und Bier ...), am schlechtesten mit rohen Eiern. Davon wurden am Ende zwei Packungen verballert. Was aber auch nicht immer von Pappe war, besonders dann, wenn sich so ein Hühnerei „verflog“ und den Kopf einer Zuschauerin traf.

Nicht minder originell war eine weitere Idee des Ortswehrleiters, der langsam mal überlegen sollte, ob er nicht ein Nonsens-Handbuch mit all seinen Ideen der vergangenen Jahre heraus gibt. Mit einer Handkübelspritze - mit der heute in erster Linie der Nachwuchs bespaßt wird - musste ein Gummihandschuh so lange voll Wasser gepumpt werden, bis er platzte. Die Dinger sahen kurz vor ihrem Exitus wie bleiche Kuheuter aus, die drei Tage nicht gemolken wurden.

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Frauen zogen koordiniert

Apropos, Wasser: Die Disziplin „Bierflasche-auf-der-Insel-austrinken“ oder andere Schlauchbootspielchen mussten unterbleiben. Der Dorfteich ist derart zugewachsen, dass sich die Olympioniken im Schilf verirren würden. Nach Auskunft eines gut informierten Bürgers sollte die Teichsanierung eigentlich in diesem Jahr erfolgen, sei aber von der Stadt auf 2018 verschoben worden.

Äußerst schweißtreibend gestaltete sich das Feuerwehrfahrzeugziehen. Konkret musste der „GWL 2“, der 14 Tonnen schwere „Gerätewagen Logistik“ per Muskelkraft von A nach B geschleppt werden. Wobei sich heraus stellte, dass die Kerle zwar Kraft wie Bullen auf der Weide bewiesen, die Damen dafür aber mehr Geschick zeigten. Letztere zogen nämlich koordiniert an einem Strang, derweil die Herren dafür wertvolle Sekunden verplemperten. Fazit: Am Ende siegte Sachsendorf (drei Männer, drei Frauen) vor Rosenburg und Zuchau. In der Gesamtwertung sah es genauso aus.

In diesem Jahr nahmen leider nur drei Mannschaften an der Nonsensolympiade teil. In besseren Zeiten waren es mal fünf. Breitenhagen und Lödderitz traten nicht an. Die „Olympiade“ ist mittlerweile zum gut besuchten Alleinstellungsmerkmal des Zuchauer Heimatfestes geworden.