Plötzky l Ferienzeit ist Badezeit – zumindest wenn das Wetter mitspielt. Aus diesem Grund bietet der Salzlandkreis in Kooperation mit der Kreisverkehrsgesellschaft Salzland (KVG) 2019 zum zweiten Mal die sogenannten Bäderbusse an, um speziell Schüler bei ihrer Freizeitgestaltung während der Sommerferien zu unterstützen. „Mit diesem zusätzlichen Angebot wollen wir den Salzlandkreis Stück für Stück attraktiver machen“, sagt Landrat Markus Bauer.

Doch im Gegensatz zum Löderburger See und dem Erlebnisbad Saaleperle in Neuborna wird der Ferienpark Plötzky in diesem Jahr gar nicht mehr angefahren. Von Seiten des Landkreises und der KVG heißt es: „Die Strecke wurde nicht so angenommen wie erhofft. Da die Bäderbusse im vergangenen Jahr das erste Mal fuhren, gab es auch keine Erfahrungswerte.“

See als Alternative

Schönebecks Stadtrat Mark Kowolik (parteilos) hatte sich bereits Anfang 2018 für die Idee einer Busverbindung zum Freienpark Plötzky stark gemacht. Dass die Verbindung nach nur einer Saison wieder eingestellt wurde, bedauert der Lokalpolitiker: „Gerade jetzt, wo das Schönebecker Freibad nicht mehr öffnet, wäre der Waldsee in Plötzky sicher eine gute Ausweichmöglichkeit für viele Schönebecker gewesen. Schließlich ist auch das neue Freibad in Calbe noch nicht geöffnet.“

Und auch der Seepark Barby ist im Gegensatz zum Waldsee des Ferienpark Plötzky nur von mittwochs bis sonntags geöffnet. „Die KVG sollte irgendetwas anbieten, gerade auch für Sozialschwache, die sich keinen Urlaub leisten können, damit sie wenigstens in der Region baden gehen können“, gibt Mark Kowolik zu bedenken und ergänzt: „Mit dem Bäderbus wollten wir zudem nicht nur die Parksituation rund um den Ferienpark entspannen, sondern auch (potenziellen) Mitarbeitern die Chance geben, ihre Arbeit auch ohne Auto zu erreichen.“

Zu wenig Fahrgäste

Dass es den Bäderbus zum Ferienpark Plötzky 2019 nicht mehr gibt, hatte Ferienparkinhaber Wolfgang Schulle bereits erwartet. „Es gab einfach zu wenig Fahrgäste, und für diese wenigen war der Aufwand einfach zu groß.“

Er ergänzt: „Dass der Bus nicht mehr fährt, ist mir persönlich ganz lieb. So haben wir rund um den Ferienpark weniger Verkehrschaos. Besser wäre ohnehin ein kontinuierliches Gesamtkonzept, um den Ferienpark an den öffentlichen Personennahverkehr anzubinden, statt eine Lösung zu schaffen, die sich ausschließlich auf die Sommerferien beschränkt.“

Attraktivität durch Busse steigern

Bemessen wurde der Erfolg der Bäderbusse vom Salzlandkreis und der KVG allerdings nicht ausschließlich nach finanziellen Aspekten. „Wenn wir Kindern und Jugendlichen einen schönen Ferientag ermöglicht haben, dann hat sich der Aufwand für uns gelohnt“, sagt KVG-Geschäftsführer Janko Wilke.

Hintergrund dieser „unwirtschaftlichen“ Aussage ist, dass es sich laut Salzlandkreis beim Öffentlichen Personennahverkehr um Daseinsvorsorge, also eine staatliche Aufgabe handele, die auch Kriterium für die Attraktivität einer Region ist. „Die wollen Salzlandkreis und KVG mit den Bäderbussen steigern“, erklärt Kreis-Sprecher Marko Jeschor.

Zwei Bäderbusse bleiben

Deshalb bleiben die anderen beiden Strecken zum Löderburger See und zum Erlebnisbad Saaleperle in Neuborna erhalten. Auch die Abfahrt-Zeiten sind identisch.

Genutzt werden können die Bäderbusse auch mit dem Schülerferienticket. Damit können Schüler in den Sommerferien für 27 Euro alle Busse, Straßenbahnen und Eisenbahnen in Sachsen-Anhalt und im Mitteldeutschen Verkehrsverbund nutzen. Das teilte Bill Bank, Leiter der Verkehrsplanung bei der KVG mit. Zu erwerben gibt es das Schülerferienticket inklusive des dazugehörigen Bonusheftes unter anderem in allen Bussen im KVG-Liniennetz.