Schönebeck l Die alten Ortschaftsräte und Ortsbürgermeister von Plötzky und Ranies sind auch nach der Kommunalwahl vom 26. Mai weiter die alten – zumindest vorerst. Denn beim jüngsten Urnengang hatten sich nicht ausreichenden Kandidaten aufstellen lassen, so dass eine sogenannte Nachwahl stattfinden muss. Die Stadt Schönebeck hat nun den Termin für den neuen Anlauf bekanntgegeben.

„Die Nachwahlen in Plötzky und Ranies finden am 1. Dezember statt“, teilte Wahlleiterin Gisela Schröder bei der konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrates von Pretzien mit. Dort hatte es mit sechs Kandidaten ausreichend Bewerber gegeben, um einen neuen Ortschaftsrat von Pretzien zu bilden – der dann auch einstimmig Frithjof Meussling (CDU) zum neuen Ortsbürgermeister gewählt wurde.

Der Ranieser Ortschaftsrat ist aus dem Schnei

In Ranies und Plötzky hingegen konnte die Mindestzahl von vier Kandidaten bei den Ortschaftsratswahlen Ende Mai jeweils nicht erreicht werden. So hatten sich etwa in Ranies nur drei Einwohner für einen Sitz in dem kommunalen Gremium beworben.

Besonders kurios: Bei den Nachwahlen am 1. Dezember – und damit am ersten Advent – sinkt die Mindestzahl der Kandidaten für den neuen Ortschaftsrat von vier auf drei Bewerber. Drei Ortschaftsräte wurden allerdings bereits im ersten Durchgang in Ranies gewählt und ihre Mandate bleiben gültig. Streng genommen müsste beim zweiten Wahlgang also kein weiterer Kandidat mehr antreten oder gewählt werden. Die Wahl muss jedoch trotzdem stattfinden.

Zudem hatte einer der bisherigen Ortschaftsräte vergessen, seine Bewerbungsunterlagen bei der Stadt abzugeben. Wenn er dies nachholt, sollte es mindestens vier Ortschaftsräte geben. Ortsbürgermeister Rüdiger Kunze (parteilos) hat sich wieder als Ortschaftsrat wählen lassen. Dem Vernehmen nach wäre er bereit, erneut das Amt des Ortsbürgermeisters zu übernehmen, wenn sich kein anderer findet.

Wirklich entscheidend wird die Nachwahl hingegen vor allem in der Ortschaft Plötzky. Denn dort hatten sich im ersten Wahlgang nur zwei Kandidaten aufstellen und wählen lassen. Wenn sich kein weiterer Bewerber findet, ließe sich mit diesem Ergebnis kein neuer Ortschaftsrat bilden. Das Gremium müsste im schlimmsten Fall sogar aufgelöst werden. Stattdessen würde Plötzky in Zukunft nur noch durch einen Ortsvorsteher vertreten werden. Öffentliche Diskussionen über aktuelle Themen wie bei den Ortschaftsratsitzungen würden dann der Vergangenheit angehören. In Plötzky ist man daher weiterhin auf der Suche nach Kandidaten für die Nachwahlen im Dezember.

Über die genauen Modalitäten für die Nachwahlen wird die Schönebecker Stadtverwaltung demnächst informieren. Unklar ist etwa noch, innerhalb welcher Frist interessierten Bürger ihre Bewerbungsunterlagen für die Wahlen zu den Ortschaftsräten von Ranies und Plötzky im Rathaus abgeben können.