Welsleben l Das Osterfeuer in Welsleben gehört unbestritten zu den größten in der Region. Rund 2000 bis 3000 Besucher werden jedes Jahr am Ostersonnabend im Dorf erwartet. Für die Veranstalter ist das Feuer damit eine Großveranstaltung, die nicht nur gehändelt werden, sondern auch abgesichert und versichert werden muss.

So schön das Osterfeuer auch immer wieder ist, die Reste davon kosten richtig Asche. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Je nach Größe fallen jedesmal rund zwölf Tonnen Asche an“, berichtete gestern im Gespräch mit der Volksstimme Hans Jürgen Korn. Er hat den Hut beim Kultur- und Heimatverein sowie beim Sportverein Welsleben, dem MTV, auf. Wie Korn mitteilt, hat sich die Entsorgung der Asche des Osterfeuers inzwischen zu einer nicht unbedeutenden Problematik entwickelt. „Es ist eben nicht so einfach, die Asche loszuwerden, zumal sie als Sondermüll gilt.“

Entsorgung kostet

Möglich ist nur eine kontrollierte Annahme von einer Fachfirma. Die Asche in einen Container zu laden und zu einer Deponie zu bringen, ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. „Kaum jemand nimmt uns die Asche ab, weil wir anhand von Proben nachweisen müssen, inwieweit die Asche belastet ist. Klingt komisch, ist aber so“, erzählt Hans Jürgen Korn. Diese Erfahrung mussten die Veranstalter des Welsleber Osterfeuers in den vergangen Jahren machen. „Uns ist dann ein Entsorgungsbetrieb aus Magdeburg sehr entgegenkommen, weil die Verantwortlichen unsere Eisdiele in Welsleben kennen und dort immer sehr gern zu Gast sind. Deshalb haben wir einen guten Preis bekommen, der trotzdem noch im oberen dreistelligen Bereich angesiedelt war“, so Hans Jürgen Korn.

Insgesamt gehen die Kosten für die österliche Veranstaltung sowieso immer weiter nach oben. Nach groben Schätzungen werden zwischen 3000 bis 3500 Euro veranschlagt. Aus diesem Grund wollen der Kultur- und Heimatverein sowie der MTV Welsleben um Mithilfe bitten. „Wir haben erst überlegt, ob wir ein symbolisches Eintrittsgeld von einem Euro nehmen. Aber wir wollen es erst mit Spenden in diesem Jahr ausprobieren – alles auf freiwilliger Basis“, so Korn gestern.

Gewerbetreibende angesprochen

Angesprochen sind vor allen jene Leute, die Brennmaterial zum Osterfeuer anliefern. Nicht Opa Otto, der aus seinem heimischen Garten mit dem Klaufix kommt, sondern: „Gewerbetreibende. Sie entsorgen Holzschnitt gewerblich von ihren Kunden und konnten diesen in der Vergangenheit unentgeltlich bei uns abliefern. Diese Firmen wollen wir bitten, uns eine Spende zweckgebunden für das Osterfeuer zu leisten“, so der Vereinsvorsitzende gestern.

Betroffene Firmen, so etwa ein Dutzend, sind in den vergangenen Tagen bereits freundlich angeschrieben worden. Hans Jürgen Korn saß einen Tag später am Telefon und erwartete Rückrufe. Doch es passierte – nichts. „Keiner war verärgert. Offenbar ist unsere Idee angekommen.“

Versuchsballon

Dieser Versuchsballon soll in diesem Jahr nun in Welsleben losgelassen werden. Schon jetzt wäre das traditionelle Feuer ohne die Unterstützung von Partnern nicht möglich: So stellt der Eigentümer des Platzes das Areal kostenfrei zur Verfügung, die Feuerwehr sichert das Feuer ab, der Hundesportverein hilft mit Strom- anschluss, außerdem sind ein benachbarter Landwirtschaftsbetrieb und die Gemeinde dabei. Ungenannt soll auch nicht Werner Habekorn bleiben. Er kümmert sich ab kommenden Sonnabend um die kontrollierte Annahme des Brennmaterials. Sonnabends ist dies übrigens in der Zeit von 9 bis 17 Uhr möglich.