Statistik

Pandemiebedingt weniger Unfälle bei den Kameraden der Schönebecker Feuerwehren

Nicht nur im Einsatz, sondern auch bei Ausbildungsveranstaltungen oder Schulungen kommt es zu Unfällen unter den Kameraden. Vor allem durch Stolpern oder Anstoßen kommt es mitunter zu Verletzungen, die dann ein Fall für die Feuerwehr-Unfallkasse werden können.

Von Paul Schulz 22.07.2021, 16:15
Ausrutschen, Antsoßen und Umknicken zählen zu den häufigsten Unfallursachen.
Ausrutschen, Antsoßen und Umknicken zählen zu den häufigsten Unfallursachen. Grafik: prePress Media Mitteldeutschland GmbH

Schönebeck - Unfälle können immer passieren. Und sie können auch jeden treffen – auch die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren sind da nicht von ausgenommen. Im Gegenteil: Bei Einsätzen setzen sie sich mitunter erheblichen Risiken aus. Vor allem bei der Bekämpfung von Bränden kommt es auch immer wieder zu Zwischenfällen, wie aus den Statistiken der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte (Fuk) hervorgeht. Mehr als jeder Dritte Vorfall (37 Prozent) im Jahr 2020 ereigne sich nämlich bei der Brandbekämpfung; fast ein Viertel der Unfälle (23 Prozent) bei Einsätzen der technischen Hilfeleistung.

Im Jahr 2020 sind laut Angaben der Fuk-Mitte 34 Kameraden im Salzlandkreis in einen Unfall verwickelt gewesen, drei davon waren Feuerwehrleute aus den Wehren der Stadt Schönebeck. Das Jahr davor waren es 89 im Salzlandkreis, darunter zehn aus Schönebeck. Dass die Menge der Fälle so merklich zurückgegangen ist, liegt hauptsächlich an der Pandemie, erklärt Detlef Harfst, stellvertretender Geschäftsführer der Fuk-Mitte. Denn dadurch, dass nur die nötigsten Ausbildungsveranstaltungen stattgefunden haben, kam es auch zu weniger Zwischenfällen, so Harfst.

Die häufigsten Unfälle im vergangenen Jahr, die Fuk spricht von „Schädigungsereignissen“, stehen in Verbindung mit Stolpern, Ausrutschen und Umknicken (23 Prozent) sowie Anstoßen und Prellen (11 Prozent). Auch dass die Kameraden von Gegenständen getroffen werden, ist nicht selten: Das kam in 13 Prozent der Unfälle vor, informiert Detlef Harfst. Verbrennungen und Verbrühungen sind hingegen eher die Ausnahme (1 Prozent).

Gefahren erkennen

„Wichtig ist es, die Gefahren zu erkennen, auf diese hinzuweisen und Methoden zu entwickeln, um die Unfälle zu vermeiden“, sagt Siegfried Kliematz, Sicherheitsbeauftragter der Wehren der Stadt Schönebeck. In seiner Funktion ist er eine Art Bindeglied zwischen den Kameraden, der Stadt und der Fuk. Den Wehren steht er dabei vor allem beratend und unterstützend zur Seite, indem er auch Schulungen zu verschiedenen Sicherheitsthemen durchführt.

Um Unfälle zu vermeiden, komme es vor allem darauf an, dass die Kameraden ganz genau wissen, wie sie ihre jeweiligen Aufgaben erfüllen müssen, so Kliematz. Teilweise kommt es dabei auf Kleinigkeiten an. „Es sind ganz grundlegende Sachen, die beachtet werden müssen. Wenn ein Kamerad sich beispielsweise einen Schlauch schnappt, dann sollte dieser an der Kupplung gegriffen werden und nicht irgendwo mittendrin. Andernfalls kann die Kupplung ihm gegen das Schienbein knallen“, nennt Siegfried Kliematz ein Beispiel. Es muss also jeder Handgriff sitzen, jeder Ablauf in Fleisch und Blut übergehen. „Darum sind regelmäßige Schulungen und Übungen wichtig“, so der Sicherheitsbeauftragte.

Stichwort Schulungen und Ausbildung. Auch dabei sind die Kameraden durch die Fuk abgesichert. Und das ist auch erforderlich, denn laut Statistik ereigneten sich im vergangenen Jahr rund 19 Prozent der Unfälle im Übungs- und Schulungsdienst. Und das, obwohl coronabedingt ja kaum Ausbildungsabende stattfinden konnten. In Zeiten vor der Pandemie, im Jahr 2019, ereignete sich sogar mehr als jeder vierte Zwischenfall (28 Prozent) während eines Übungs- oder Schulungsdienstes.

Wo passieren die Unfälle?

Rein statistisch zählte im Jahr 2020 die Einsatzstelle zu den Orten, wo es zu den meisten Zwischenfällen gekommen ist (48 Prozent). An zweiter Stelle stehen die Ausbildungs-, Übungs- und Wettkampforte mit 35 Prozent. Zudem ereigneten sich 13 Prozent der Unfälle unterwegs, also beispielsweise bei der Fahrt zum Gerätehaus.

Es zeigt sich, dass dieses wichtige Ehrenamt natürlich auch mit Gefahren verbunden ist. Ein Grund mehr, den Männern und Frauen für ihr Engagement dankbar zu sein.