Schönebeck/Garbsen l Mehr als vier Stunden braucht man, wenn man mit dem Motorrad gemütlich über die Landstraße von Garbsen nach Schönebeck fährt. Dabei könnte man die Partnerstadt über die Autobahn in unter der Hälfte der Zeit in der Partnerstadt erreichen. Doch die 20 Biker der Garbsener Senioren-Rocker wollten es bei ihrer Ausfahrt etwas ruhiger angehen. Und so fuhren sie am Sonnabendmittag im Verband auf dem Salzblumenplatz ein. Die Ausfahrt war als Gegenbesuch geplant, nachdem der Schönebecker Peter Volz vor zwei Jahren mit seinem Motorrad nach Garbsen gefahren war und dabei auch die Senioren-Rocker besucht hatte. „Wir Motorradfahrer wollen die Städtepartnerschaft auch mal mit Leben erfüllen“, sagte Organisator Peter Volz.

Begrüßt wurden die Garbsener am Salzblumenplatz auch von Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz in Vertretung des Oberbürgermeisters, der gerade im Urlaub weilt, sowie von Manfred Lichtenfeld vom Schönebeck Städtepartnerschaftsverein. Auch einige interessierte Schönebecker waren gekommen, um die Gäste zu begrüßen. Darunter war etwa Maxe Schoenemann mit seinem Motorrad. „Ich wollte mal die Biker aus Garbsen kennenlernen. Ich finde das gut, dass die nach Schönebeck gekommen sind“, sagte der 71-jährige Rentner. Mit einigen anderen Motorradfahrern aus Schönebeck macht Maxe Schoenemann ebenfalls regelmäßig Ausfahrten, beispielsweise in den Harz.

Motorradfahrer auf dem Gradierwerk

Die Schönebeckerin Ramona Krebs wollte die Biker ebenfalls sehen. „Ich fahre zwar kein Motorrad, schaue mir aber gern die Maschinen an“, sagte sie. Zu Ehren der Gäste hatte die Fahne der Stadt Garbsen an ihrem Balkon oberhalb des Salzblumenplatzes gehisst. Am Rathaus war dies wegen der Beflaggung zum Gedenktag zum 20. Juli nicht möglich gewesen. Die Schönebecker Stadtverwaltung hatte die Fahne allerdings extra aus Garbsen ausgeliehen und Ramona Krebs für die Begrüßung überlassen. Die Inhaberin eines Modegeschäftes in der Schönebecker Innenstadt hatte für die Gäste zudem eine Tanzvorführung zum Abendessen organisiert.

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Für die Senioren-Rocker aus Garbsen ging es dann noch zu einer kleinen Ausfahrt nach Ostelbien zum Pretziener Wehr. Am Nachmittag ging es bei einer Führung auf das Gradierwerk im Kurpark in Bad Salzelmen. „Das war schon ziemlich beeindruckend“, sagte Michael Koch, Chef der Senioren-Rocker. „So etwas gibt es bei uns nicht, und wir konnten bei dem guten Wetter sogar den Magdeburger Dom sehen.“

Michael Koch war auch tatsächlich der einzige der Truppe, der schon einmal in der Vergangenheit in Schönebeck war. „Beim ersten Mal war es eher Zufall, weil ich hier mein gebrauchtes Motorrad gekauft habe“, erzählt der Senioren-Rocker. Dabei handelte es sich um eine VN 800 Kawasaki. Ein anderes Mal war er bei einer Fahrradtour entlang der Elbe durch Schönebeck gefahren. Für die anderen Biker war es hingegen der erste Besuch in der Partnerstadt. „Schönebeck ist wirklich sehr schön an der Elbe gelegen. Das wertet das Stadtbild gleich auf“, schwärmte Michael Koch begeistert.

Fahrten nach Schweden und Südfrankreich

Die Senioren-Rocker fahren regelmäßig auf Ausfahren in Niedersachsen. Und dann gibt es jedes Jahr noch eine große Tour. „Wir waren gerade mit acht Maschinen in Schweden“, sagte Koch. Und im Vorjahr sind die Garbsener bis nach Südfrankreich gefahren. Insgesamt gehören zu den Senioren-Rockern bis zu 70 Motorradfahrer. Unter den 20 Bikern, die nach Schönebeck mitgekommen sind, war gerade eine Frau dabei. Und die ist auch auf ihrer eigenen Maschine gefahren.

Und was gibt es neues in Garbsen? „Der Stadtrat hat dem Bürgermeister gerade einen Flug in die USA gestrichen“, erzählen die Motorradfahrer. Tatsächlich sollte Stadtoberhaupt Christian Grahl (CDU) für die Reise in die gemeinsame Partnerstadt Farmers Branch selbst aufkommen – er verzichtete daher. Die anderen Mitglieder der Garbsener Delegation bezahlten ihre Reise hingegen selbst.

Mit ihrem Besuch in der Partnerstadt waren die Garbsener auf jeden Mal zufrieden. „Es hat uns sehr gut in Schönebeck gefallen“, sagte Rocker-Chef Michael Koch.