Bad Salzelmen l In der Kürze liegt die Würze. Man spricht rund um die Elbestadt kurz vom Orchesterball. Dabei klingt der eigentliche Name für den Abend „Philharmonischen Phreunde Pheier“ viel reizvoller. Auf jeden Fall hat Schönebeck ein gesellschaftliches Ereignis, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Vielleicht ist es gar nicht falsch - im positiven Sinn - von einem Rohdiamanten zu sprechen, der noch Potenzial in sich hat. Ballatmosphäre kann man ihm jetzt bereits kaum absprechen. Der Saal mit seiner prächtigen Stuckdecke bietet den passenden Rahmen. Was der Förderverein der Kammerphilharmonie auf die Beine stellt, kann sich sehen lassen.

Die Zahl der verkauften Karten steigt kontinuierlich. „Wir waren in diesem Jahr eigentlich ausverkauft“, zeigte sich Vereinsvorsitzende Petra Grimm-Benne zufrieden. Lediglich die Grippe sei Ursache für die wenigen freien Plätze gewesen. Damit scheint der Ball wirklich angekommen zu sein. In einer Zeit, in der glanzvolle Veranstaltungen dieser Art landauf, landab auf dem Prüfstand stehen, ist das positiv. Das geht mit einem Wachstum des Vereins einher. Rund 70 Mitglieder gehören ihm gegenwärtig an, fast 20 mehr als noch vor Jahresfrist. Mit der Phreunde Pheier unterstützt er zudem die Kammerphilharmonie, der der Erlös vor allem der Tombola letztendlich zugute kommt.

Zurückhaltende Kleidung

„Wir freuen uns, dass wir mit Hilfe unserer Förderer beispielsweise Noten kaufen können. Das würde unser Etat sonst kaum hergeben“, sagte Philharmonie-Geschäftsführerin Anita Bader. Vor allem wolle man in der kommenden Zeit damit Blätter finanzieren, die aus dem zeitgenössischen Musikschaffen stammen. Zudem beweise der Verein seine Strahlkraft als Ausrichter des Festivals „Klänge im Raum“, das in diesem Jahr zum 25. Mal vom 9. Mai bis zum 10. Juni stattfindet.

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Beim Blick in den Saal offenbarte sich allerdings etwas Zurückhaltung der Gäste in punkto Bekleidung. Da fehlte ein wenig das opulente Ballflair. Damen und Herren zeigten sich eher konservativ. Schwarz dominierte eindeutig, nur da und dort eine rote Krawatte oder ein rotes Kleid. Etwas mehr Mut wäre da wünschenswert.

Ansonsten war die Stimmung bestens. Für die Kammerphilharmonie eine gute Gelegenheit, seine Vielseitigkeit beim einstündigen Konzert unter Beweis zu stellen. Klassisch ging es mit Musik von Telemann los, dessen „Tafelmusik“ zum Auftakt erklang. Die Mischung der Titel war gelungen, und so passte da durchaus Paul Linckes „Glühwürmchen“ dazu wie der Walzer „Sektperlen“ oder das „Federspiel“, bei dem ein Teil der Streicher den Bogen mit einer Feder vertauschten. Ein Höhepunkt des Abend war zudem der Auftritt von Nicole und Christian Held vom Magdeburger Tanz-Sport-Club „Grün-Rot“. Beide sind unter anderem mehrfache Landesmeister bei den Standard- und den Lateinamerikanischen Tänzen.

Requisiten unter dem Ballhammer

Schwarzwaldi, ein Bollenhut und eine Fasenachtsmaske, die alle als Requisiten beim vorjährigen Operettensommer im Einsatz waren, kamen unter den symbolischen Auktionshammer. Zusätzlich war Regisseurin Katharina Kutil dabei „käuflich“. Die Wienerin hat sich angeboten, als Gegenleistung für das Höchstgebot entweder einen Abend aus ihren Büchern zu lesen oder in einem Unternehmen ein Mitarbeitercoaching zu übernehmen. Kammerphilharmonie-Chefdirigent Gerard Oskamp lädt den Sieger eines Auktionsloses zu einem selbst zubereiteten Abendessen zu sich nach Hause ein. Das Streichquartett des Klangkörpers wird ein Sonderkonzert im kleinen Rahmen geben. Allein dafür kamen 400 Euro in die Auktionskasse, in der schließlich fast 2000 Euro lagen.