Calbe l Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes forderte am Sonnabend die Polizei an, als sie bemerkte, dass in der Saalestadt eine Shisha-Bar offenbar weiter betrieben wurde. Das teilte die Stadtverwaltung Am Montag mit. Die Bar wurde anschließend versiegelt. Die Polizei nahm die Daten aller Personen auf, die sich dort aufhielten. Ihnen könnte eine empfindliche Strafe drohen. Bereits am 17. März hatte das Land in einer Verfügung die Schließung aller Lokale angeordnet, die keine Speisen anbieten.

Auch der Calbenser Kontaktbereichsbeamte Jens Götze war schon auf den Straßen der Saalestadt unterwegs, um zu überprüfen, ob sich die Bewohner daran halten, Abstand zu halten. Nicht überall, sagte er Montag, sei den Bürgern dies bewusst gewesen. So habe er jüngst in einem Kiosk an der Saale rund 20 Personen in einem kleinen Raum angetroffen. Die Bürger seien darauf aufmerksam gemacht worden, dass dies in Zukunft nicht mehr gestattet sei. Die Betroffenen hätten anschließend den Kiosk verlassen.

Ab dieser Woche ist das Kontaktverbot noch einmal von der Landesregierung stark eingeschränkt worden. Darin heißt es unter anderem: „Jeder wird angehalten, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.“ Für den öffentlichen Raum gilt seit Montag: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet.“ Menschenansammlungen von mehr als drei Bürgern sind daher in der Öffentlichkeit nicht mehr erlaubt, auch wenn die Personen den Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten. Die Polizei und die Ordnungsbehörden sind zudem aufgerufen, die Beschränkungen zu kontrollieren.

Ein Augenmerk wird der Regionalbereichsbeamte Jens Götze in den kommenden Tagen dabei vor allem auf den Marktplatz haben, sagte er. Denn am Wochenende trafen sich offenbar wieder Jugendliche auf der Rathaustreppe. Die Innenstadt ist beim Nachwuchs beliebt und wird gern als Treffpunkt genutzt. In Zeiten der Corona-Pandemie müssen aber auch die Jugendlichen erkennen, dass sie darauf in den kommenden zwei Wochen verzichten müssen, sagte er weiter. Die Polizei werde das in dieser Woche weiter überprüfen.

Anstatt sich zu treffen, sollen die Menschen mehr die modernen Möglichkeiten der Kommunikation nutzen. Die evangelische Kirche hat dies am Wochenende bereits erfolgreich praktiziert. So fand der Gottesdienst im Internet statt.

In den kommenden beiden Wochen soll das öffentliche Leben nun weiter heruntergefahren werden. Ausgenommen sind allerdings noch die Wochenmärkte. Sie können weiter stattfinden. Wie es allerdings einzuhalten sein wird, dass nicht mehr als zwei Menschen zusammen auf dem Wochenmarkt stehen, bleibt offen.