Schwarz l Wer die Anwohner in der Clara-Zetkin-Straße 15 bis 18 erreichen möchte, demjenigen könnte plötzlich ein Poller den Weg versperren. Die Anwohnerstraße in Schwarz führt nach links, um zu den benannten Hausnummern zu gelangen. Der Weg wird schmaler und führte bis vor kurzem durch eine Engstelle zwischen zwei Häuserfronten hindurch. Insgesamt 2,33 Meter ist diese Stelle breit, reagiert der Calbenser Bürgermeister Sven Hause auf eine hitzige Anwohnernachfrage zum gesetzten Poller zwischen dieser Engstelle. Seine Verwunderung und Irritation über den am 28. Oktober gesetzten Pfosten äußerte Anwohner Jürgen Zerwek in der Ortschaftsratssitzung. Wer setzte den Pfeiler?

Zudem monierte er, dass die Erreichbarkeit der Anwohner des hinteren Teils der Clara-Zetkin-Straße nicht über diese Straße gewährleistet sei. Was passiere darüber hinaus, wenn in einem der betroffenen Häuser ein Notfall eintrete und der Einsatz von Rettungswagen und/oder der freiwilligen Feuerwehr erforderlich würde? „Die Häuser sind erreichbar; das ist Fakt“, reagiert Sven Hause auf den Vorwurf. Die Zuwegung zu den betroffenen Hausbewohnern sei zwar nicht über die Clara-Zetkin-Straße, wohl aber den Wispitzer Weg möglich.

Träger ist Stadt Calbe

Träger der Straße ist die Stadt Calbe, die formal die Nutzung an der Stelle selbst regeln dürfe. In diesem Zusammenhang sei von der Stadt eine verkehrsrechtliche Anordnung erfolgt. Kritik an dem Vorhaben lässt Hause nicht gelten.

Auch nicht, dass die Sicherheit der Anwohner durch den Poller gefährdet sein könnte, weil Rettungs- und Einsatzfahrzeuge nicht frühzeitig am potenziellen Unfallort sein würden. Schließlich sei die Zufahrt für Rettungswagen, die eine Breite von mehr als 2,40 Metern aufweisen, ohnehin nicht möglich. Für noch breiter gebaute Feuerwehrfahrzeuge schon gar nicht, verweist Hause.

Die Zufahrt über den Wispitzer Weg sei dagegen ausgeschildert. Eine Sperrscheibe verbietet Durchgangsverkehr, erlaubt aber die Zufahrt für Anlieger. „Hinter der Zufahrt vom Wispitzer Weg beginnt ein landwirtschaftlicher Nutzungsweg, welcher auch als solcher ausgeschildert ist“, setzt der Calbenser Bürgermeister fort. Befürchtungen der Anwohner, dass Ortsfremde oder Rettungskräfte diese Zufahrt im Einsatzfall nicht wahrnehmen, betrachtet Hause als unbegründet.

Mehrere Vor-Ort-Termine

Die Problematik, wie mit dem sehr schmalen Durchgang in der Clara-Zetkin-Straße umgegangen wird, wurde in der Vergangenheit schon mehrmals bei Vor-Ort-Terminen und Gesprächen mit Anwohnern besprochen.

So auch einen Tag nach der Ortschaftsratssitzung. Am Folgetag wurde mit der Straßenverkehrsbehörde des Salzlandkreises eine sofortige Begehung unternommen, bei der laut Bürgermeister keinerlei Kritik an der Vorgehensweise des gesetzten Pfeilers festgestellt werden konnte.

Grundsätzlich aber sei die Initiative für einen Poller keine Idee der Stadt gewesen, hält Hause fest. Schon öfter habe es Beschädigungen an Häuserfronten des engen Durchgangs gegeben. Um diese künftig zu vermeiden, erwogen einige Anwohner das Blockieren der Zuwegung mittels Pfosten.

Zeitnah kündigt der Bürgermeister eine erneute Anwohnergesprächsrunde zur Pollerproblematik an, in dem der Sachverhalt nochmals erläutert werden solle.