Schönebeck l Der betrügerische Handyverkäufer, gegen den seit dieser Woche am Landgericht Magdeburg verhandelt wird, ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Das ergab der Auszug aus dem Bundeszentralregister, den die Richterin am zweiten Prozesstag am Donnerstag verlas. Der 31-jährige hatte gestanden, dass er für seine Kunden in Schönebeck und Magdeburg in mindestens 14 Fällen heimlich zusätzliche Handy-Vertrag abgeschlossen hat. Die mitgelieferten Mobiltelefone hatte der Angeklagte aus Hettstedt daraufhin auf dem Schwarzmarkt verkauft, um seine starke Spielsucht zu finanzieren.

Laut dem Auszug aus dem Bundeszentralregister ist der Mann aus Hettstedt bereits mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft. Hinzu kommen zahlreiche Betrügereien, Urkundenfälschungen und Verkehrsdelikte. Der Angeklagte saß bereits mehr als ein Jahr im Gefängnis und stand zum Tatzeitpunkt 2017 noch unter Bewährung. Im Bundeszentralregister finden sich insgesamt 17 Einträge über ihn.

Arbeitgeber verzichtet auf Strafanzeige

Der Mobilfunkanbieter, bei dem der Mann in zwei Handy-Shops in Schönebeck und Magdeburg angestellt war, verzichtete nun auf eine Strafanzeige. Die teilweise wiederbeschafften Mobiltelefone wurden zerstört, da sie von dem Unternehmen nicht zurückgenommen werden. Der Verteidiger des Angeklagten argumentierte daher, dass letztendlich kein Schaden entstanden sei und das es beim Versuch möglicher Straftaten geblieben sei. Das sah das Gericht jedoch anderes. Letztendlich habe sich der Angeklagte die Telefone angeeignet und über sie verfügt, wie es im Juristendeutsch heißt. Der Prozess wird fortgesetzt.