Schönebeck l Der Fall einer gestohlenen Identität im Internet beschäftigte jüngst das Amtsgericht Schönebeck. Angeklagt war ein 32-jähriger Schönebecker, der im Internet Fotos sowie das Facebook-Profil einer ehemaligen Arbeitskollegin kopiert und die Daten für eigenen Zwecke missbrauchte hatte.

So meldete er sich mit den Fotos und Daten bei einer Dating-Webseite im Internet an und gab sich selbst als die Geschädigte aus. Vorgeworfen wird dem Mann Urheberrechtsverletzung, weil er das Foto der Frau kopiert und verwendet hatte.

Mann gibt sich im Internet als Frau aus

Aufgeflogen war der Datenklau, weil der Angeklagte offenbar unter der weiblichen Identität versucht hatte, Kontakt zu anderen Frauen aufzunehmen. Mit seinem Mobiltelefon hatte der Mann zudem Textnachrichten unter der gestohlenen Identität verschickt. Die Geschädigte war daraufhin von Bekannten angesprochen worden, die die Aktivitäten unter ihrem Namen bemerkt hatten. Mit Hilfe der Telefonnummer des Angeklagten konnte die Polizei seine wahre Identität schnell ermitteln.

Der Angeklagte wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Nachdem der Richter ihm jedoch klar gemacht hatte, dass die Beweislage eindeutig sei und sich ein Geständnis positiv auf das Strafmaß auswirken würde, räumte der Mann die Vorwürfe schließlich vollumfänglich ein. Nach eigenen Angaben Bedauere er die Taten. Ein Erklärung für die Tat konnte er nicht vorbringen.

Der Richter am Landgericht Schönebeck ging davon aus, dass sich der Angeklagte mit der gestohlenen Identität im Internet ausprobieren wollte. Versuche, die Frauen auch im realen Leben zu treffen, hatte es nach Auswertung der Textprotokolle nicht gegeben.

Die Prozessbeteiligten einigten sich schließlich darauf, das Verfahren vorläufig für sechs Monate einzustellen. Im Gegenzug soll der Mann der Geschädigten 900 Euro zahlen. Wenn der Angeklagte das Geld bezahlt hat, wird das Verfahren endgültig eingestellt.