Schönebeck l Ist die Kita Schillergarten fertig, plant die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die Einrichtung in Grünewalde zu verlassen und in die neuen Räumlichkeiten zu ziehen. Die Entscheidung, an welchem Standort der Träger seine Kita betreiben möchte, obliegt allein dem Träger. Mit ihm ziehen die 31 Plätze um.

Das anstehende Aus der Grünewalder Kita Storchennest der Awo bewegt noch immer die Gemüter. Vor einem Jahr hat die CDU-Fraktion den Antrag auf das Erstellen einer Machbarkeitsstudie über Alternativen einer Kita im Stadtgebiet eingebracht. Derzeit beraten die Stadträte in verschiedenen Gremien dazu. Und zwar dass das Erarbeiten einer solchen Studie aus Sicht der Verwaltung derzeit nicht erforderlich sei, da genügend freie Plätze im ostelbischen Gebiet zur Verfügung stehen (siehe Grafik, Infokasten) – und letztendlich der Träger bestimme, welchen Standort er nutzt. Zudem sei die Kapazität in der Kita Am Gänsewinkel erst von 84 auf 105 Plätze erhöht worden. Und in der Kita Schillergarten wird es – neben den 31 der Awo – 29 weitere Plätzen geben, die Unternehmen der Region erwerben können. Dies beides sei bereits in die Bedarfs- und Entwicklungsplanung des Salzlandkreises aufgenommen.

Viele freie Kapazitäten

In Ostelbien gäbe es damit drei Einrichtungen mit freien Kapazitäten. Die derzeitige Auslastung in den Einrichtungen Plötzky, Pretzien und Ranies liege zwischen 61 und 89 Prozent. Kurzum: Es bestehe derzeit kein Bedarf, über den Bau einer neuen Kita nachzudenken. Die Auslastung in Schönebeck liege bei 90 Prozent im Gesamtdurchschnitt.

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Dass Grünewalde bald ohne Kita sein soll, ärgert Marlis Ekrutt (CDU) immer noch. Seit mehr als 60 Jahren gebe es die Einrichtung dort, sagt die Stadträtin jüngst noch einmal im Bauausschuss und stellt in den Raum: „Wenn man etwas politisch nicht möchte, findet man Wege, warum es nicht geht.“ Sie verstehe einfach nicht, warum die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWB) nicht in Grünewalde baut, sondern in einem eng bebauten Gebiet in der Stadt. Es gebe nicht nur die Kernstadt, betont sie und versichert: „Ich kämpfe weiter für eine Kita und werde mich bemühen, einen anderen Verein als Träger zu kriegen.“

Die Verwaltungsmitarbeiter wiederholten, dass der freie Träger über den Standort selbst entscheiden könne. Zudem hänge die Betriebserlaubnis für die Kita Grünewalde am seidenen Faden. Es werde deshalb schwer werden, einen neuen Träger für das Domizil in Containerbauweise zu finden. Und da es in verschiedenen Einrichtungen noch freie Kapazitäten gebe, werden vom Kreis wohl auch keine zusätzlichen Plätze genehmigt werden.

Verantwortung liegt beim Träger

„Die Verantwortung liegt beim Träger“, resümiert Ausschussvorsitzender Heinz-Günter Burghart (CDU). „Unsere Entscheidungsbefugnis ist nur begrenzt. Über unsere Infrastruktur entscheiden andere.“