Hecklingen/Staßfurt l Er erstreckt sich über 5100 Kilometer von Moskau (alternativ von Helsinki aus) nach London und durchquert dabei auch den Salzlandkreis: Der Europaradweg R1. Knapp 16 Kilometer der Strecke, die durch das Salzland führen, will der Landkreis ausbauen und koordiniert dafür ein Infrastrukturprojekt mit den Anliegerstädten für eine touristisch zukunftsfähige Route im Kreisgebiet. Die betroffenen Anliegerstädte im Salzlandkreis sind Seeland, Aschersleben, Hecklingen, Bernburg, Nienburg und Könnern.

Am heutigen Mittwoch soll im Kreisausschuss nun über die Vergabe von Planungsleistungen abgestimmt werden – im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. „Damit gewinnen wir deutlich, und Einheimische und Touristen werden es spüren, wenn sie ihre Ziele in der Region per Rad ansteuern“, begrüßt Landrat Markus Bauer den nächsten Schritt im Tourismusprojekt. Außerdem würde der durch die geplanten Arbeiten der Übergang zum hiesigen Verlauf des Elberadwegs verbessert werden, findet der Landrat. „Und wir bauen den Wassertourismus an der Saale aus. So machen alle Bemühungen im Zusammenhang vollsten Sinn.“ Hier denkt der Landrat auch an individuelle Radroutenplanungen beim Sammeln Salzländer Kulturstempel.

15,8 Kilometer Strecke werden ausgebaut

Doch inwiefern soll der Europaradweg im Kreis aus- und umgebaut werden? „Der geplante Ausbau erstreckt sich über den gesamten Verlauf des Europaradweges R1 im Salzlandkreis. Es sollen insgesamt 15,8 Kilometer ausgebaut werden“, erklärt Kreissprecherin Marianne Bothe auf Volksstimme-Anfrage. Dafür wird das Vorhaben in zwei Phasen unterteilt, die Planungsleistungen für die jeweiligen Phasen entsprechend getrennt voneinander vergeben. „Die Aufteilung des Gesamtvorhabens in Phasen begründet sich aus dem unterschiedlich hohen Aufwand bei der Vorbereitung der Förderanträge. Für Phase eins konnte bereits im vergangenen Jahr der Antrag auf Förderung bei der Investitionsbank eingereicht werden. Für die Phase zwei waren intensivere Ermittlungen und Abstimmungen zum Eigentum/Grunderwerb/zur Bauerlaubnis notwendig“, heißt es seitens der Sprecherin.

Insgesamt soll der vorgesehene Ausbau in Asphalt ausgeführt werden, um die Wegequalität zu verbessern und rund drei Millionen Euro inklusive 90 Prozent Fördermittel kosten. In Phasen unterteilt wurde das Gesamtprojekt auch deshalb, weil die sechs Anliegerstädte in die Koordination vom Landkreis miteinbezogen sind. Geplant wird das Infrastrukturprojekt, das vor allem die Fachdienstes Kreis- und Wirtschaftsentwicklung und Tourismus beschäftigt, seit etwa zwei Jahren.

Genaue Kosten sollen ermittelt werden

Erste Aufgabe sobald entschieden ist, wer die Planungsleistungen übernimmt, wird die genaue Kostenermittlung für die Ausbauarbeiten je Abschnitt sein, die für die weitere Qualifizierung des Förderantrags notwendig ist.

Teil des Ausbaus sind auch drei Trassenänderungen des R1. Sie sind bereits bewilligt und betreffen die Städte Seeland und Hecklingen. Die Änderungen würden laut Kreis zur Attraktivitätssteigerung der Gesamtroute beitragen.

Eine dieser Änderung betrifft den Verlauf von Friedrichsaue in Richtung Concordiasee. Der Radweg verläuft bisher in Friedrichsaue entlang der Landesstraße 73 Richtung Schadeleben. Nach Abschluss soll er früher zum See führen und Radtouristen ein entspannteres Fahren ermöglichen. Eine weitere Änderung bezieht sich auf die Strecke zwischen der Ostseite des Concordiasees und Neu Königsaue. Der R1 verlief früher über das Gelände des Abenteuerspielplatzes. Mit Erhebung von Eintrittsgeld wurde die Trasse umgelegt, und der Salzlandkreis hat über das Projekt die amtliche Genehmigung erhalten.

Neuer Verlauf südlich vom Spielplatz

Neu verläuft sie südlich des Abenteuerspielplatzes, seenah und mit Anbindung an den Radweg Richtung Neu Königsaue, der parallel zur Kreisstraße 1370 besteht. Der Ausbau dieses Radweges auf rund 1,4 Kilometern ist Bestandteil der ersten Projektphase.

Der Europaradweg R1 im Salzlandkreis

Auch für die Hecklinger Trassenänderung gibt es grünes Licht. Hier werden Radtouristen künftig in die Stadt fahren und können so die Basilika St. Georg & St. Pancratius an der Straße der Romanik entdecken. Im Hecklingen finden Besucher zudem Möglichkeiten zur Einkehr und Rast. Bisher erreichten sie die Basilika nur über einen Abstecher von der nördlichen Route des Europaradweges.

Realisiert werden sollen beide Phasen mit ihren Abschnitten parallel, da sie nun zeitlich auf gleicher Höhe sind, weshalb in der Kreisausschusssitzung heute auch die Planungsleistungen für beide Abschnitte vergeben werden können. Die bauliche Fertigstellung beider Phasen ist für Ende März 2022 geplant.