Großmühlingen l Vorsichtig nimmt der Plötzkyer Züchter Sascha Hillmer eines seiner Hühner der Rasse Zwerg-Brahma aus dem Käfig. Gemeinsam mit seinem Zuchtfreund Jens Lögler begutachtet er die Federn am Flügel. Das Gefieder ist schwarz und weiß gemustert. Aber noch nicht zu Hillmers vollster Zufriedenheit. Nur ganz zart sollen die schwarzen Federn am Flügel einen weißen Rand haben. Um möglichst nah an die genauen Eigenschaften der Art zu kommen.

Und wie erreicht man als Züchter dieses Ziel? „Man muss den passenden Hahn zur Henne finden“, sagt Jens Lögler mit einem Lächeln im Gesicht. Der 30-Jährige aus Glinde hat am Wochenende acht Tiere bei der Rassegeflügelschau des Kreisverbandes Schönebeck stehen. Insgesamt sind in Großmühlingen 441 Tiere dabei, zwölf davon bekommen die Höchstnote Vorzüglich, das bedeutet 97 von 97 möglichen Punkten. Am vergangenen Mittwoch sind die Großhühner, Tauben und Zwerghühner in der Ausstellungshalle angekommen, am Donnerstag haben die Preisrichter die verschiedenen Arten genau unter die Lupe genommen und am Wochenende sind die Türen für die Besucher geöffnet. „Alles sieht hier gut aus, die Qualität ist super und der Verein ist breit aufgestellt“, lobt Uwe Roskoden, der Vorsitzende des Landesverbandes Wassergeflügel.

Kurz bevor am Sonntag die Preise verliehen werden, beginnen Sascha Hillmer und Jens Lögler ihre Tiere auf die Heimreise vorzubereiten. „Die Kondition lässt langsam nach, so eine Ausstellung bedeutet auch immer ein wenig Stress für die Tiere“, sagt Hillmer. Deswegen wird regelmäßig mit den Hennen und Hähnen für die Ausstellungen trainiert. „Wir haben auf dem Hof so kleine Käfige, in denen die Tiere dann schon mal die Umgebung kennenlernen können“, erklärt Jens Lögler.

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Anerkennung

Füttern, Putzen, Trainieren – das alles gehört zum Züchten dazu. Wie kommt man zu so einem zeitintensiven Hobby? „Das bekommt man in die Wiege gelegt“, lautet die Antwort von Jens Lögler. Schon seine Eltern haben sich der Geflügelzucht verschrieben.

Als Anerkennung gibt es für den 30-Jährigen am Sonntag einen Pokal. Sein Ziel ist ein „perfektes Tier“. Um Eier oder einen leckeren Braten gehe es da eher weniger. „Das sind eben keine reinen Legehühner und an Fleisch ist da nicht allzu viel dran“, erklärt der Züchter. Neben seinen Zwerghühnern der Art Zwerg-Brahma rebhuhnartig-gebändert ist auf der Kreisschau eine besondere Hühnerrasse zu sehen: Das Rhodeländer Huhn. Um das Jahr 1860 entstand aus einer Kreuzung von Malaien und Cochhins mit anderen asiatischen Hühnerrassen das Rhodeländer Huhn. Für die Tiere gab es eine Sonderschau der Züchter aus Sachsen Anhalt.

Der Vorsitzende des Kleinmühlinger Rassezuchtvereins Volker Brosius erklärt, warum solche gemeinsamen Schauen so wichtig sind: „Die Züchter können sich untereinander austauschen, man kann seine Tiere vergleichen.“ Der Barbyer züchtet Zwerghühner, unter anderem Rhodeländer, und kommt bei diesem Hobby zur Ruhe. „Für mich ist die Zucht wichtig, um vom Job zu entspannen“, sagt Volker Brosius.

Die Preisträger

Kreismeister Hühner

Udo Gutjahr aus Eickendorf,

Deutsche Reichshühner, weiß-schwarzcolumbia (474 Punkte)

Kreismeister Zwerghühner

Hendrik Fries aus Eggersdorf,

Deutsche Zwerghühner, orangehalsig (477 Punkte)

Kreismeister Tauben

Tobias Zwernemann aus Bernburg,

Deutsche Modeneser Schietti, Blau ohne Binden (478 Punkte)

Förderpreis Hühner

Carola Gutjahr aus Eickendorf,

Australops schwarz (473 Punkte)

Gruppensieger

SV Rhodeländer

Heiko Knust aus Langenweddingen (475 Punkte)

Im September bei der Wassergeflügel-Schau in Barby wurden folgende Sieger gekürt:

Kreismeister Gänse

Zuchtgemeinschaft Schmidt aus Barby,

Pommerngänse weiß (470 Punkte)

Kreismeister Enten

Zuchtgemeinschaft Schmidt,

Zwergenten braun ( 477 Punkte)

Förderpreis Wassergeflügel

Zuchtgemeinschaft Schmidt, Zwergenten weiß (475 Punkte)