Calbe l Pferdefreunde sollten sich den 9. September vormerken: Dann findet auf dem Reitplatz auf dem Heger das Hindernisfahren und Ringreiten statt. Das Besondere in diesem Jahr ist das 60-jährige Bestehen, auf das der Reitverein zurückblickt. Der Reitverein wolle ein kultureller Anlaufpunkt sein, dessen Standort in Calbe nicht zuletzt die Attraktivität der Stadt als Wohnstandort aufwerten soll.

Dazu organisiert der Verein seit über 15 Jahren mit dem kleinen Reitertag wie auch dem großen mit Hindernisfahren und Ringreiten zwei traditionsreiche Veranstaltungen.

Einen Reitverein habe es schon vor dem Ersten Weltkrieg gegeben, er sei im Krieg allerdings aufgelöst worden. Jahre später - konkret 1957 - beginnt für die Reiter in Calbe ein neues Kapitel. „Damals fanden sich vorwiegend Landwirte unter den Mitgliedern. Auch das Ringreiten geht aus der Landwirtschaft hervor“, sagt die erste Vorsitzende der Calbenser Reiter, Elisabeth Heyer.

Reiterliche Gemeinschaft

Die Brumbyerin leitet nicht nur die Vereinsgeschicke, sondern engagiert sich für den Erhalt einer reiterlichen Gemeinschaft unter den 37 Mitgliedern und den sich darunter befindlichen zehn Jugendlichen. Nicht immer sei das einfach, denn Calbe verfügt über keine Reithalle und keine Vereinspferde. Jedes Pferd gehört einem Besitzer und dieser stellt sein Pferd mitunter den Kindern zum Training zur Verfügung. So lernen etwa auf Heyers Stute drei Nachwuchsreiter die Sportart in ihren Facetten kennen. „Natürlich lernen die Kinder auf Pferden, die sich dafür eignen, also auf keinen nervösen Tieren beispielsweise“, ergänzt die Vereinschefin. Sie ist stolz auf ihre - rein weibliche - Reitjugend, die regelmäßig Titel wie von Kreismeisterschaften mit nach Calbe bringt.

Für den Verein sind alle Turnierteilnehmer wichtige Repräsentanten, die auf den Verein aufmerksam machen und durch die auf diese Weise künftige Mitglieder akquiriert werden. Marie-Kristin Dame und ihr Vater Karl-Heinz gehören unter anderem zur Calbenser Reitelite. Das Vater-Tochter-Gespann ist in der Dressur zu Hause. „Sie absolvieren hohe Prüfungen der Klassen L und M; auf Landesebene“, erklärt Heyer. Klasse M ist die zweitanspruchsvollste im Reitsport.

Erfolge des Vereins

Die Mitglieder definieren den Erfolg eines Vereins. In diesem Punkt ist der Reitverein alles andere als unterversorgt. So haben unter anderem Dieter Krull und Ekkehard Freiberg ihre Reiterlaufbahn in Calbe begonnen. „Heute arbeiten sie als Wettkampfrichter“, erzählt Heyer. Der Virus „Pferd“ ist auf sie übergesprungen. Manchmal bewirkt dieser sogar Wunder, indem er seinen „Betroffenen“ Selbstbewusstsein und mehr Selbstvertrauen in eigene Fähigkeiten vermittele. Der Wunsch für die erfolgreiche Turnierteilnahme klingt für Außenstehende vielleicht sehr bescheiden, ist für Heyer aber äußerst bedeutend. Letztlich gewährleiste er nämlich das Fortbestehen des Vereins.