Pömmelte/Schönebeck l Kornelia Schomacher hatte gerade noch Zeit, den Kindern der Seeland-Sekundarschule Nachterstedt zu zeigen, wie man mit Salzteig knetet und daraus dekorative Stücke formt: zwei Tassen Mehl, eine Salz, eine Wasser und ein bisschen Öl. Nicht zum essen, aber zum schmücken. Im Palisaden-Rondell konnten die Besucher aus dem Salzteig Lieblingsfiguren selbst formen oder einfach ausstechen. Wenn sie die Chance gehabt hätten, in der Sonne zu trocknen, hätten die Besucher ihr Werk mit nach Hause nehmen können. Doch dazu kam es nicht, die Sonne war weg, der Sturm peitschte Staub und Sandkörnchen über den Acker.

Auch Museumsmitarbeiter Frank Löbig bemerkte die plötzliche Unruhe bei den Besucherinnen Bärbel Wallisch und Erika Stamnick, die von Zerbst aus mit ihren Männern einen Ausflug in das Ringheiligtum gemacht hatten. „Jetzt wird es ungemütlich. Wir danken Ihnen“, unterbrach eine der beiden Löbigs Erklärungen zu Ritualen an prähistorischer Stätte. Wobei die Theorie des Museumsmannes spannend ist: Nach einem Groß-Angriff mit Pfeil und Bogen wurde die Stätte entweiht und später in Richtung Schönebeck neu errichtet. Die Archäologen hatten vor Jahren rund 80 Pfeilspitzen aus Feuerstein am Pömmelter Ring gefunden.

Die aktuellen Ausgräber sind einer Siedlung auf der Spur, die möglicherweise später an dem Heiligtum stand. Derzeit werden gerade zwei Rinderskelette frei gelegt.

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Aktionstag

Salzland-Museumsleiterin Petra Koch betonte ausdrücklich, dass mit dem Aktionstag zur „Salzigen Tour“ das „weiße Gold“ und nicht die Sommer-Sonnenwende gefeiert werden sollte, auch wenn man den 21. Juni ausgewählt hatte. „Die Kreisgrabenanlage ist nicht nach der Winter- oder Sommersonnenwende ausgerichtet“, so Koch. Vielmehr falle die Sonne im August durch das Westtor, was eher zum Zeitpunkt der Ernte geschieht.

Angeboten wurden zudem Salzexperimente, wie ein Soleschmecktest. Es galt, den unterschiedlichen Grad der Sole blind zu unterscheiden. Wer Lust auf Bewegung hatte, konnte sich im Bogenschießen üben, wie zur Zeit der Glockenbecher-Menschen, die hier einst auf die Jagd gingen.