Calbe l Es hat schon beinahe etwas von einem Western: Die Sonne brennt, das Schnaufen der Pferde beim Galopp ist zu hören und riesige Staubwolken wirbeln in der Hitze auf. Durch die extreme Trockenheit sind selbst schon die Blätter der großen Pappeln auf den Reitplatz herabgefallen. 17 Männer und 16 Frauen der Region stellen sich mit ihren Pferden dem Ringreiten.

Mit dabei sind die Routiniers der Szene wie Uwe Schäfer aus Wespen oder Bernd Bocionga aus Wedlitz/Wispitz. Zu ihnen zählt mit Vanessa Schulze aus Pömmelte auch eine zartere Erscheinung. Die 17-Jährige ist an diesem Tag mit dem zwar etwas betagten aber umso stattlicheren Pferd Robin dabei. Sie kennt die Turniere in der Region, denn das Reiten ist ihr quasi in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater Manfred Schulze reitet und fährt wie Vanessa bei der Reitsportgemeinschaft (RSG) Wespen.

Kein Glück im Stechen

Ihr Großvater Manfred Bettge, langjähriger Vorsitzender, hatte sie schon im Alter von einem Jahr zu Ausritten mitgenommen. „Es läuft ganz gut“, sagt die bescheidene Reiterin, die beim gelungenen Probe- sowie im ersten und zweiten Durchgang im Galopp den kleinen Ring souverän von der Querlatte holt. Doch bei den letzten drei Durchgängen im Stechen verlässt sie und Robin schließlich das Glück. Zum Schluss bleibt der sechste Platz. Beide können es an diesem Tag gut verkraften, schließlich holten sie am Vormittag beim Hindernisfahren der Einspänner den Sieg, in beiden Durchläufen bleiben sie unter einer Minute. Lokalmatador Helmut Krüger (80) fährt dieses Mal auf Sicherheit und verfehlt eine Platzierung.

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Hauptmann Torsten Breitmeier zeigt sich mit der Resonanz zufrieden, obwohl die angekündigte Sperrung wegen der anstehenden Wegesanierung auf dem Heger wohl einige Reiter und Gäste gekostet haben dürfte. Besonders stolz, auch wenn er in diesem Jahr leer ausging, ist er auf den Nachwuchs, der geführt beim Kinderringreiten die Ringe vom Galgen angelte.

Die Reitsportler versorgen die Besucher mit Selbstgebackenem, Kaffee, Getränken und Gegrilltem. „Das Ringreiten ist stets beliebter als reine Springturniere“, weiß Abteilungsleiterin Elisabeth Heyer aus Erfahrung. Dank vieler Sponsoren, vor allem aus der Saalestadt, können sich die Besten von einem reich gedeckten Tisch ihre Preise aussuchen. Dieses Jahr lag bereits ein Gutschein für den weihnachtlichen Rehbraten darauf. Einige der Teilnehmer sind beim Mastercup in Eggersdorf wieder zu sehen.