Mehr als 200 Laubbäume fallen / Vorbereitung für grundhafte Sanierung der Kreisstraße 1287

Rodung des Pappeldamms beginnt

Von Andreas Pinkert

Der Salzlandkreis lässt entlang der Kreisstraße zwischen Tippelskirchen und Wispitz mehr als 200 Bäume zu Fall bringen. Sie weichen für die geplante Verbreiterung und Erhöhung der Straße. Das Holz weckt indes große Begehrlichkeiten für so manchen heimischen Kamin oder Ofen.

Schwarz/Wispitz l Der Startschuss für die lang ersehnte Sanierung des Pappeldamms ist gefallen. Die Kreisstraße 1287 ist bei vergangenen Hochwassern stets ein neu-ralgischer Punkt gewesen, den Dutzende Einsatzkräfte und freiwillige Helfer langwierig mit tausenden Sandsäcken vor den Wassermassen der Saale schützen mussten. Seit gestern morgen nun sind die röhrenden Kettensägen am voll gesperrten Pappeldamm nicht mehr zu überhören.

"Könnte das Holz nicht gegen einen kleinen Obulus von Bürgern direkt vor Ort abgeholt werden?"

Manfred Grimm, Ortsbürgermeister von Schwarz

Strenge Naturschützer dürften angesichts des zweiwöchigen Massakers, bei dem mehr als 200 Bäume fallen werden, in Schnappatmung verfallen. Doch der Zweck heiligt hier zweifellos die Mittel. Der Salzlandkreis nimmt nach zahlreichen Forderungen der Vergangenheit jetzt mehr als eine Million Euro in die Hand, um den Pappeldamm grundhaft zu sanieren.

Die Kreisstraße soll auf einer Länge von mehr als 800 Metern auf rund sechs Meter verbreitert und zum Schutz vor künftigen Hochwassern gut 50 Zentimter höher gebaut werden. Dabei stehen die stattlichen Laubbäume im Weg.

Der Schwarzer Ortsbürgermeister Manfred Grimm (SPD) begrüßt die Maßnahme ausdrücklich, schließlich würden damit die hinter dem Pappeldamm liegenden Dörfer besser vor einem drohenden "Ertrinken" geschützt. Doch im Fall der zahlreichen Kubikmeter Hartholz, die in den kommenden Tagen anfallen, sieht er große Begehrlichkeiten. "Könnte das Holz nicht gegen einen kleinen Obulus von Bürgern direkt vor Ort abgeholt werden?", fragt Grimm und wendet sich mit seinem Anliegen persönlich an Ralf Felgenträger, Leiter des zuständigen Kreiswirtschaftsbetriebes (KWB).

"Bei der Vergabe der Baumfällarbeiten wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Erlöse aus der Verwertung des Holzes bei dem Angebotspreis mit zu kalkulieren sind", sagt Ralf Felgenträger gegenüber der Volksstimme. Daraus resultiere auch der günstige Auftragswert. Somit gehöre das Holz dem Auftragnehmer, welcher es ja selbst vermarkten müsse, um seinen Angebotspreis zu halten. Bleibt zu hoffen, dass sich Langfinger nicht illegal daran zu schaffen machen.

Für die gefällten Bäume werden Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen vorgenommen. Diese würden zurzeit auf Grundlage der durch das Umweltamt erteilten "Fällgenehmigung" erarbeitet. "In Vorbereitung der Planungen wurden dafür 100 000 Euro eingestellt", informiert Ralf Felgenträger. Die Baumfällarbeiten sollen noch bis Mittwoch, 18. März, andauern.