Biere l Der Start in das Jahr 2020 verlief im Bördeland noch weitgehend normal. Angefangen hat alles mit dem Neujahrsempfang, inklusive Neujahrskonzert. Im Februar fanden dann noch die Karnevalsfeierlichkeiten in Biere und Eickendorf im großen Rahmen statt. „Das waren alles tolle Veranstaltungen“, blickt Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) zurück.

Spätestens im März wurden dann aber alles anders. „Wie für die ganze Welt war es auch für uns eine völlig neue Situation, mit der wir erst lernen mussten umzugehen“, fasst Nimmich zusammen. Der Schulbetrieb hätte neu organisiert werden müssen, die Seniorenbetreuung sei auf ein Minimum heruntergefahren worden. Als wichtigste Aufgabe habe sich herauskristallisiert, die Landesverordnungen zur Eindämmung des Virus umzuset- zen und den Bürgern zu erklären.

Veranstaltungen fehlten

Im Laufe des Frühjahrs, als der erste Lockdown angeordnet wurde, hätten den Menschen vor allem die sportlichen und kulturellen Veranstaltungen gefehlt. „Auch wenn das vor allem die Vereine ganz schön getroffen hat, haben sich alle vorbildlich an die Maßnahmen gehalten“, resümiert Nimmich. Die häufigsten Anfragen der Bürger hätten sich in diesem Jahr darum gedreht, wie Hygienekonzepte umgesetzt werden können oder unter welchen Bedingungen ein Trainingsbetrieb in den Sportvereinen erlaubt ist (während der Lockerungen im Sommer).

Generell hätte die Verwaltung das ganze Jahr über versucht, Veranstaltungen durchzuführen. Erst wenn es ganz klar gewesen sei, dass Abstandsregeln und Hygienekonzepte nicht umsetzbar sind, wurden Veranstaltungen abgesagt. „Auch im Nachhinein empfinde ich dieses Vorgehen immer noch richtig. So konnten wir zum Beispiel als absolutes Highlight das Kinder- und Familienfest zum Tag der Deutschen Einheit ausrichten. Die Menschen waren hungrig auf solche Veranstaltungen“, erklärt Nimmich.

Krise trifft Vereine im Bördeland

Neben den persönlichen Einschränkungen, die jeder Einzelne in diesem Jahr erfuhr, treffe die Corona-Krise allen voran die Vereine, betont der Gemeindebürgermeister. Die Verwaltung hätte so gut es ging versucht, den Vereinen zu helfen. „Wir konnten aber natürlich keine großen Corona-Hilfen zahlen, sondern probierten, den Leuten anderweitig unter die Arme zu greifen“, erläutert Nimmich.

Trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie, seien auch in diesem Jahr eine Reihe von baulichen Projekten durchgeführt worden. Am meisten Arbeit erfordern die Umbauarbeiten an der Grundschule in Welsleben. „Ich weiß jetzt, was es heißt, einen energetischen Sanierungsbau zu betreuen“, sagt Nimmich mit einem Augenzwinkern. Die Corona-Krise hätte zwar zu Verzögerungen bei der Zulieferung geführt, die Arbeiten an der Baustelle hätten aber unter Wahrung der Abstandsregeln gut durchgeführt werden können. Immer wieder tauchten neue Probleme auf, wie zum Beispiel , das veraltete Heizungssystem, das komplett ausgetauscht wird.

Blick in die Zukunft

Wenn Bernd Nimmich in die Zukunft blickt, ist er optimistisch, dass das Bördeland gut aufgestellt ist. Ein Thema steht auf seiner Wunschliste der Themen, die angegangen werden müssten, weit oben: der Straßenausbau. Allein, es fehle die finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern. Die Kommune könne die Kosten nicht komplett übernehmen.

Umso glücklicher ist die Verwaltung, dass sie in den kommenden Jahren Unterstützung bei einem Straßenprojekt erhält. Die Ortsdurchfahrt in Biere wird grundlegend saniert. Dazu zählt nicht nur eine Erneuerung der Fahrbahndecke, die Straße soll auch einen durchgängigen Fußweg erhalten, sowie einen sogenannten Schutzstreifen für Radfahrer. Die sichtbarste Neuerung soll aber an der Kreuzung Ernst-Thälmann-Straße /Magdeburger Straße entstehen. Die aktuelle Regelung sei für ortsunkundige etwas unübersichtlich. Künftig soll an der Stelle ein Kreisverkehr entstehen.

Baubeginn nicht vor 2022

Einen Teil der finanziellen Last übernimmt das Land Sachsen-Anhalt, in Form der Landesstraßenbaubehörde (LSBB). Mit im Boot sitzt ebenfalls das Planungsbüro WSTC aus Magdeburg. Die Installation der Nebenanlagen (Fußwege) übernimmt die Gemeinde. „Natürlich wird das für uns ein erheblicher Kostenaufwand. Ich schätze, dass wir insgesamt an der Millionengrenze kratzen werden. Aber dennoch sage ich: Wenn man es nicht angeht, wird auch nichts gemacht“, zeigt sich Nimmich zufrieden. Bis an der Straße die Bagger anrollen, wird aber noch etwas Zeit verstreichen. 2021 soll erst einmal die Entwurfsplanung abgeschlossen werden.

Alle Beteiligten schätzen, dass mit einem Baubeginn nicht vor 2022 zu rechnen ist und die Bauphase dann auch circa zwei Jahre dauern werde, da die Straße nicht komplett gesperrt werden könne, sondern schrittweise gebaut werden müsse.