Bad Salzelmen/Felgeleben l Es ist wie in der billigen Liebes-Telenovela wie „Rote Rosen“. Es geht um Beziehungen, zwischenmenschlichen Verwicklung, Intrigen, Selbstverwirklichung und Gerüchte. Nur geht es hier nicht um ein Lüneburger Fünfsternehotel, sondern um die Bad Salzelmener Feuerwehr. Was im Film die Protagonisten inszenieren, ist in Salze – leider – Realität geworden. Inzwischen ist der Graben, der durch die Stadtteilfeuerwehr Bad Salzelmen geht, so tief und breit geworden, dass Wehrleiter und Stellvertreterin das Handtuch warfen.

Die Gründe dafür verlieren sich im Gestrüpp des Privaten, und die Ursachen würden von den Beteiligen unterschiedlich mit Schuld bewertet. „Nein, das alles hat nichts mit uns als Träger der Feuerwehr zu tun, sondern ist ausschließlich zwischenmenschlicher Natur der Kameraden vor Ort“, berichtete gestern Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) im Gespräch mit der Volksstimme. Diese privaten Fehden der zwei Lager innerhalb der Feuerwehr sollen auch privat bleiben und werden nicht in die Öffentlichkeit getragen, wo die Querelen auch nicht hingehören.

Zerbricht die Wehr?

Was jedoch die Stadtverwaltung auf den Plan ruft, ist der Umstand, dass nun eine Situation eingetreten ist, die im schlimmsten Fall auch ein Zerbrechen der Wehr zur Folge haben kann. Schönebecks Oberbürgermeister und seine Verwaltung versuchen nun, das Feuer zu löschen. Denn jeder Streit in einer Feuerwehr ist für den Träger gänzlich ungeeignet.

Wie wichtig die Bad Salz-elmener Stadtteilfeuerwehr im Verband der Stadtfeuerwehr ist, belegen die durchaus vorzeigbaren Resultate der Vergangenheit. So zeichnete sich die Salzer Wehr durch einen vergleichbar jungen Altersdurchschnitt aus, hat eine starke Jugendabteilung und konnte in der Vergangenheit trotz politischen Widrigkeiten immer weiterbestehen.

Die Wehr wurde im Jahr 1890 gegründet. Bis heute absolvierten zahlreiche Kameraden eine Spezialausbildung, unter anderem gibt es sogenannte ABC-Erkunder. Die Technik dafür stellte der Landkreis zur Verfügung. Salzelmen ist im Stadtgebiet die zweitstärkste Feuerwehr und verzeichnet im Jahr die zweitmeisten Einsätze. „Das Einsatzgebiet für die Wehr ist sehr wichtig, gerade im Hinblick auf das Krankenhaus, die Reha-Klinik und den Solepark“, so der Oberbürgermeister.

Neuwahl zum 13. April

Der sieht sich jetzt in der Pflicht zum Handeln. Stadtwehrleiter Uwe Tandler wird die nächsten dreieinhalb Woche die Feuerwehr kommissarisch leiten. Zum 13. April wird eine Jahreshauptversammlung einberufen, zu der ein neuer Wehrleiter und ein Stellvertreter (oder beides auch Frauen) gewählt werden.

Sollte die Wehr an diesem Abend zu keinem Ergebnis kommen, wird wohl das passieren, was kein Kamerad und auch der Oberbürgermeister möchten: Der muss nämlich dann einen Wehrleiter einsetzen. Die Wahl könnte womöglich auf Daniel Schürmann fallen, der im Moment die Felgeleber Stadtteilfeuerwehr leitet. Wäre dieser Schritt eine Fusion der Feuerwehren durch die Hintertür?

„Das wäre aber nicht meine erste Wahl“, so Knoblauch. Er wünscht sich, dass sich die Kameraden auf ihr Ehrenamt besinnen und keinen Kleinkrieg wie in „Rote Rosen“ führen.