Calbe l Es kommt nicht oft vor, dass der öffentlichen Nahverkehr über Baustellen geleitet wird. In Calbe ließ sich das zu Schuljahresbeginn aber nicht vermeiden. In Calbe fahren die Schüler von Montag bis Freitag über eine Baustelle, weil es an Alternativen fehlt.

Die anhaltende Sperrung der Saalebrücke war zudem nicht vor Baubeginn absehbar. Erst als die Anschlüsse der Brücke an die Straße geöffnet waren, wurde sichtbar, dass der Stahl im Beton korrodiert war. In aufwändigen Arbeiten muss die Konstruktion nun wieder ersetzt werden. Das verzögert den Abschluss der Bauarbeiten und erfordert eine längere Vollsperrung. Wochen vor dem Schulstart war der Landkreis mit der Landesstraßenbaubehörde im Gespräch, um wenigstens den Schülerverkehr abzusichern.

In den Verhandlungen fand sich eine Lösung, wonach die Schulbusse die Baustelle täglich passieren können. Die Bauarbeiter decken die tiefen Spalten und aufgestemmten Fugen an den Brückenanschlüssen mit schweren Stahlplatten auf, auf denen der Bus fahren kann. Vor Schulbeginn gab es an der Brücke einen Praxistest, dem auch der Landrat beiwohnte. Doch klappt die Überfahrt auch im Alltag, wenn kein Politiker am Fahrbahnrand steht? Die Bauarbeiter, sagt Kreissprecherin Marianne Bothe, sichern morgens und am Nachmittag die reibungslose Überfahrt der Schulbusse ab. Der Chef der Kreisverkehrsgesellschaft habe sich selbst vor Ort morgens davon überzeugt, dass die Busse die Baustelle unkompliziert passieren können, sagte sie auf Nachfrage der Volksstimme.

Brücke für Busse passierbar

Wie abgesprochen sei die Saalebrücke zu den jeweils bekannten Zeiten für die großen und schweren Busse passierbar. Die Bauarbeiter achteten in den vergangenen Tagen darauf, dass die Vereinbarung eingehalten werde. Die Kreisverkehrsgesellschaft sei dankbar für die gute Zusammenarbeit. Jetzt hoffe der Busbetrieb des Salzlandkreises, dass die Bauarbeiten an der Brücke vielleicht schneller über die Bühne gehen als geplant. Noch bis zum 6. September soll die Brücke voll gesperrt bleiben. Ausnahme bilden hier nur die Schulbusse.

Auch nach der Vollsperrung bleibt die Brücke weiterhin ein Nadelöhr, hatte der Landesstraßenbaubetrieb bereits angekündigt. Die Brücke werden dann im Ampelbetrieb einseitig befahrbar sein. Neben den Problemen an den Anschlüssen soll das Bauwerk einen neuen Schutzanstrich erhalten. Dazu dient auch die große Einrüstung der Stahlkonstruktion. Zunächst strahlen die Arbeiter dazu die Metallteile ab. Um die abgestrahlte Farbe aufzufangen, muss auch unter der Brücke eine entsprechende Konstruktion aufgebaut werden. Nach dem Abstrahlen erhält das Brückenbauwerk einen neuen Schutzanstrich, der in den kommenden Jahren das Metall vor Verwitterung schützen soll.