Schönebeck l Sicherheits- und Abstandswände, die über die gesamte Halle von vorne bis hinten reichten und das Gesamtbild erheblich störten. Große Löcher in den Fußböden, durch die Kabel durchgeführt wurden. Wer vor ein paar Jahren die heutige Mehrzweckhalle des Industriemuseums Schönebeck (Imuset) besucht hat, hätte niemals gedacht, dass hier einmal weitere Ausstellungsräumlichkeiten entstehen würden.

„Die Halle war wirklich der blanke Wahnsinn – sie sah einfach nur schlimm aus“, sagt Museums-Präsident Georg Plenikowski. Doch eine gute Handvoll Freiwilliger aus dem Museumsverein machte das scheinbar unmögliche möglich.

Schlimmer Zustand

In die Löcher kam beispielsweise eine Stahlkonstruktion – und der komplette Fußboden wurde neu gemacht. Doch der Zustand der Halle war noch viel schlimmer, als anfangs erwartet: Während der Sanierungsarbeiten stellten die Helfer fest, dass auch die Decke fast runterkommt.

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Kommt man heute in die Mehrzweckhalle des Imuset, sind die Räume kaum mehr wiederzuerkennen. Dadurch, dass die Abstandswände herausgerissen wurden, wirkt die Halle deutlich größer als zuvor, Boden und Decke wurden komplett saniert. „All das habe ich den Vereinsmitgliedern zu verdanken, die so tatkräftig angepackt haben“, so Georg Plenikowski.

Viel zu tun

Doch die Zeit bis zum Saisonbeginn des Museums am 14. April drängt – und es muss bis dahin noch viel gemacht werden. „Die Halle ist jetzt zwar von innen schon wunderbar gestaltet, allerdings muss hier vor allem gestalterisch noch einiges geschehen“, so Plenikowski.

Im Außenbereich der Halle wurden bereits Vitrinen platziert. Diese müssen jetzt jedoch noch mit Exponaten aus der Industriegeschichte der Region gefüllt werden. Die Themenbereiche gehen von Textil (Modeschöpfer Bormann und Tuchfabrik Calbe) über Eisenbahntechnik bis hin zu ehemaligen Brauereien.

Sonderausstellungen

Da im Innenbereich des Museums weiterhin Sonderausstellungen stattfinden sollen – wie 2018 die Anne-Frank-Ausstellung von Rückenwind in Zusammenarbeit mit dem Anne-Frank-Zentrum in Berlin –, sind die Vitrinen an den Wänden der Halle platziert. „Und genau für den Bereich zwischen den Wänden – für den brauchen wir jetzt die Hilfe der Bürger aus der Region“, so Plenikowski.

Gesucht werden von ihm Schilder, Verpackungen, Modelle und weitere Klein-Objekte verschiedenster ehemaliger regionaler Unternehmen. „Idealerweise handelt es sich um Objekte, die an die Wand – gestellt oder gehangen – oder in die Vitrine kommen“, so Plenikowski.

Koffer gespendet

Übrigens gibt es bereits einige prominente Beispiele von gespendeten Objekten. So hat beispielsweise Horst Fahlberg, der ehemalige Fahrer von Modezar Heinz Bormann, einen alten Kleiderkoffer von Bormann gespendet.

Und Friedrich Allendorff, Nachfahre der ehemaligen gleichnamigen Schönebecker Unternehmerfamilie, hat ein Emaille-Schild der einstigen Allendorff-Brauerei gespendet.

Wer meint, einen fürs Industriemuseum interessanten Gegenstand bei sich zuhause zu haben und bereit ist, diesen zur Verfügung zu stellen, meldet sich unter Telefon: (0171) 7 12 79 32.