Bauwerk

Sanierung des Soleturms wird teurer

Vom Soleturm in Bad Salzelmen fallen immer wieder Steine herab. Bislang hat die Stadt aber noch keine Baufirma für die Sanierung gefunden.

Von Jan Iven

Bad Salzelmen l Der Soleturm in Bad Salzelmen leidet. Seit mehr als einem Jahr fallen immer wieder Steine von einem der wichtigsten Wahrzeichen von Schönebeck herab. Stadtverwaltung und Kurpark kriegen das Problem trotz zahlreicher Anstrengungen nicht in den Griff. Und die meisten Schönebecker scheinen das Problem immer noch auszublenden.

Das Problem: Wind und Wetter greifen die Fugen und den Mörtel an dem denkmalgeschützten Bauwerk an. Dadurch lockern sich immer wieder Teile von Steinen, bis sie schließlich herabfallen. „Der Turm wird nicht umfallen“, versicherte die Geschäftsführerin des Soleparks, Sibylle Schulz, zwar in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Dennoch musste bereits vor knapp zwei Jahren eine Art Tunnel aus Baugerüsten um den Fuß des Turms errichtet werden, um die Besucher vor herabfallenden Steinen zu schützen. Sibylle Schulz ist froh, dass der Kunsthof am Soleturm noch nicht geschlossen werden musste. Doch das könnte sich noch ändern.

Die Solepark hat bereits mehrere Anläufe unternommen, um den Soleturm zu sanieren. Doch bisher ohne Erfolg. Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte das Land Sachsen-Anhalt zugesichert, sich mit 30.000 Euro an der Sanierung zu beteiligen, die insgesamt auf 130.000 Euro geschätzt wurden.

Doch trotz der Finanzspritze tat sich am Soleturm nichts. Denn aus ganz unterschiedlichen Gründen war es dem Solepark nicht gelungen, eine Firma für die Bauarbeiten zu finden. Die erste Ausschreibungen für die Sanierung vom Frühjahr 2019 musste aufgehoben werde, weil des zwischen den Bietern nach Auffassung der Stadt illegale Preisabsprachen gegeben hatte. So hatten sich die Preise plötzlich mehr als verdreifacht. Die beiden Unternehmen wurden daraufhin vom weiteren Ausschreibungsverfahren ausgeschlossen.

Ein weitere Ausschreibung vom Herbst 2019 scheiterte ebenfalls, weil die Angebote immer noch weit über den vom Solepark veranschlagten Kosten von 130.000 Euro lagen. Dennoch wurde deutlich, dass die vor zwei Jahren kalkulierten Preise aufgrund der Kostensteigerungen im Baugewerbe nicht mehr zu halten sind.

In einem dritten Anlauf lag das günstigste Angebot nach Angaben der Stadtverwaltung nun bei 190.000 Euro, was satte 46 Prozent mehr als der ursprünglich angedachten Preis von 130.000 Euro ist. Die Verwaltung geht auf rund der Lage in der Baubranche allerdings davon aus, dass eine weitere Ausschreibungsrunde auch kein günstigeres Angebot mehr ergeben wird.

Der Solepark in Bad Salzelmen will daher nun zusätzliches Geld für die Sanierung des Soleturms bereitstellen. Damit das kommunale Unternehmen hierfür auf seine Rücklagen zurückgreifen kann, braucht es zunächst die Zustimmung des Schönebecker Stadtrates. Und wie Solepark-Geschäftsführerin Schulz den Stadträten vorrechnete, sei das Geld derzeit durchaus vorhanden.

Demnach belaufen sich die Rücklagen des Soleparks für das Solebad mittlerweile auf 280.000 Euro. Das Geld ist zwar eigentlich für Großreparaturen im Solebad bestimmt. Allerdings ist die Summe gedeckelt und sollte eigentlich nicht über 200.000 Euro liegen. Die zusätzlichen 80.000 Euro waren durch den Verkauf einer Immobilie am Badepark aufgelaufen. Der Betrag könnte daher für die Sanierung des Soleturms verwendet werden, ohne dass die Stadt Schönebeck die Rücklage wieder auffüllen müsste.

Das restliche Geld für die Sanierung stammt aus Rücklagen des Soleparks für Großreparaturen von historischen Gebäuden im Solepark, die sich auf rund 150.000 Euro belaufen. Diese Summe will der Solepark komplett für die Arbeiten am Soleturm einsetzen. Die 80.000 Euro aus der Solebad-Rücklage müssten bei geschätzten Gesamtkosten von 190.000 Euro daher wohl nicht komplett aufgebraucht werden.

Bei den Stadträten im Finanzausschuss zeichnet sich bereits die Tendenz ab, dem Finanzierungsvorschlag des Soleparks zustimmen zu wollen. Denn der Soleturm solle in jedem Fall gerettet werden. Der Ausschussvorsitzende Steffen Behm (SPD) ärgerte sich allerdings über das grundsätzliche Problem: „Wir sparen wieder einmal die Substanz kaputt. Denn das Geld wurde schließlich nicht ohne Grund für das Solebad zurückgelegt.“ Vielmehr sei absehbar, dass noch weitere kostspielige Arbeiten auch auf das Solebad zukommen werden.

Unabhängig vom Zustand des Soleturms sprachen sich die Mitglieder des Finanzausschusses auch für eine deutliche Erhöhung der Kurtaxe in Bad Salzelmen aus. Denn die Abgabe von einem Euro für Übernachtungsgäste wurde mittlerweile seit 19 Jahren nicht mehr angepasst. Der Solepark schlägt daher eine Verdoppelung der Kurtaxe von einem auf zwei Euro sowie von 50 Cent auf einen Euro für Kinder.

Vom CDU-Stadtrat Andreas Schumann kam der Vorschlag, die Steuer sogar auf 2,50 Euro zu erhöhen, was im Finanzausschuss durchweg auf Zustimmung stieß. Im Vergleich liegt die Kurtaxe in Wernigerode bei 2,80 Euro. Die zusätzliche Erhöhung könnte bei der Stadtratssitzung Ende März als Änderungsantrag beschlossen werden. Bisher hat die Stadt durch die Kurtaxe rund 28.000 Euro im Jahr eingenommen. Die zukünftigen Mehreinnahmen sollen in die Konsolidierung des Haushaltes fließen.

Die Satzung von Schönebeck zur Kurtaxe muss derzeit aufgrund von Gesetzesänderungen überarbeitet werden. Wie Schulz erläuterte, werden einige inhaltliche und sprachliche Änderungen vorgenommen. So reicht es nicht mehr, in der Satzung die Straßenzüge aufzuzählen, über die sich ein Kurgebiet erstreckt. Stattdessen muss es exakt in einer Karte eingezeichnet werden.