Groß  Rosenburg/Trabitz l Zwischen Große Rosenburg und dem Calbenser Ortsteil Trabitz wird der Deich ertüchtigt, wie es bereits in den Abschnitten vom Breitenhagener Schöpfwerk bis Klein Rosenburg geschah. Fachleute bezeichnen diese Seite in Flussrichtung blickend als rechten Saalehauptdeich. Laut Ronald Günther (Flussbereichsleiter im Landesbetrieb für Hochwasserschutz, LHW) sei es das Ziel, zwischen Trabitz und der Groß Rosenburger Fährstelle die DIN-gerechte Sanierung bis Ende dieses Jahres abzuschließen.

Gegenwärtig sind zwischen Trabitz und Höhe Käseberg die Bagger in Gange, die bereits im Sommer vergangenen Jahres ihre Arbeit aufnahmen. Riesige Mutterboden-Halden lassen schon von weitem den Deichbau erkennen. Sie lagern unweit eines kleinen Teiches, der im Zuge des historischen Deichbaus im 19. Jahrhundert entstand.

Der Damm wird niedriger

Aber warum liegt dort soviel Muttererde? Ein Volksstimme-Leser aus Groß Rosenburg, der oft bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs ist, machte ebenda erschrocken eine Feststellung. „Der Damm wird knapp einen Meter niedriger. Man hat auf einer Länge von gut einem Kilometer die Krone abgetragen“, so der Rosenburger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Bauleute vor Ort hätten ihm gesagt, dass die neue Höhe ausreichen würde. „Wo gibt es denn sowas: Überall werden die Deiche erhöht, hier aber abgetragen.“

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Die Nachfrage bei Ronald Günther entkräftet diese Befürchtungen. Die Aussage der Bauarbeiter müsse auf ein Missverständnis zurückzuführen sein. Günther bestätigte, dass der Deich wirklich um etwa 70 Zentimeter abgetragen wurde, was Auslöser des irritierenden Eindrucks des Rosenburgers war.

Kontrollweg oder Verteidigungsweg

„Um einen tragfähigen Deichkontrollweg herzustellen, wird die Krone wieder auf das alte Höhenniveau gebracht, das zuvor ziemlich uneben war“, so Günther. Soll heißen: Was da jetzt fehlt wird nun exakt nivelliert aufgebaut. Danach liege man 30 Zentimeter über dem maximal zu befürchtenden „Bemessungshochwasser“.

Der genannte Deichkontrollweg darf nicht mit dem Deichverteidigungsweg verwechselt werden. Ersterer verläuft auf der Krone, letzterer landseitig auf der Berme, die im Zuge der DIN-gerechten Sanierung angeschüttet oder - wo vorhanden - verbreitert wird.

Aktuell werden trotz vergangener Frostwochen die Arbeiten in diesem Abschnitt fortgesetzt. „Das können wir machen, weil hier kein bindiges Material verbaut wird“, so der LHW-Ingenieur. Damit sind Böden mit hohem Tonanteil gemeint, die bei Minustemperaturen nicht verarbeitet werden können.

Baumfällarbeiten stehen an

Im weiteren Verlauf des Deiches in Richtung Rosenburg sollen bis Ende Februar notwendige Baumfällarbeiten erledigt werden. Dafür liege die Genehmigung der Naturschutzbehörde vor. Was unvermeidlich sei, da der ertüchtigte Deich breiter wird. „Auch die Archäologen werden noch mal kommen“, verrät Ronald Günther. Sie wollen nicht nur am noch unberührten Altdeich zwischen Käseberg und Fährstelle graben, sondern auch zwei Bereiche unter die Lupe nehmen, die bereits teilsaniert sind. Der flussnahe Raum ist uraltes Siedlungsland. Wenn auch die Saale vor über tausend Jahren zum Teil in einem anderen Bett floss.

Das bis zum vergangenen Jahr bewohnte ehemalige Fährhaus nahe der Rosenburger Fährstelle wurde vom LHW erworben und soll abgerissen werden.

Um ein anderes Häuschen werden die Bagger dagegen einen Bogen machen. „Das Deichwachthäuschen nahe dem Sportplatz wurde unter Denkmalschutz gestellt. Das lassen wir stehen“, sagt Günther. Dafür hatten sich im vergangenen Jahr verschiedene Rosenburger Initiativen stark gemacht, nachdem der LHW eigentlich den Abriss plante. Ronald Günther betont aber, dass man das Häuschen zwar stehen lasse, um dessen Instandhaltung und Nutzung sich allerdings andere kümmern müssten. Es liegt im geplanten Sanierungsabschnitt zwischen Fährstelle und Klein Rosenburg, der im nächsten Jahr in Angriff genommen werden soll.