Wernigerode/Schönebeck l Martina Ede ist mächtig stolz auf ihre Sanitäter. „Jetzt steht offiziell fest, dass Schönebeck der sicherste Ort in ganz Sachsen-Anhalt ist“, sagte die Vorsitzende des Schönebecker Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) überschwänglich. Denn beim Landeswettbewerb der DRK-Bereitschaftseinheiten in Werningerode belegte das Team aus Schönebeck den ersten Platz.

Bei de Veranstaltung haben die DRK-Helfer aus ganz Sachsen-Anhalt ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse unter Beweis gestellt. Dabei wurden etwa Verwundete versorgt oder Verpflegungsposten eingerichtet. Eine von acht Herausforderungen bestand darin, einen Lkw beim Rückwärts-Einparken einzuweisen. Gemeinsam mit einem Ansprechpartner der Bundeswehr sollten sich die ehrenamtlichen Helfer zudem mit Karte und Kompass in der Stadt Wernigerode zurecht finden.

Probleme mit dem Kompass

Und wie lautete das Erfolgsgeheimnis der Schönebecker? „Um den ersten Platz zu belegen, musste unser Team bei allen Aufgaben glänzen“, sagte die Schönebecker Vorsitzende, Martina Ede. Zwar sei bei der Orientierung mit Karte und Kompass nicht alles ganz perfekt gelaufen. Das konnten die Schönebecker jedoch mit überragenden Leistungen bei anderen Aufgaben ausgleichen.

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Dabei waren die Bedingungen für die Vorbereitung des Schönebecker Ortsvereins alles andere als optimal. „In den vergangenen Wochen waren wir sehr stark mit der Renovierung unserer Kleiderkammer beschäftigt“, erzählt Vorsitzende Martina Ede. Bis zuletzt haben die Helfer daher das notwendige Wissen wiederholt. Selbst während der Hinfahrt nach Werningerode im Auto wurde noch gebüffelt.

Auch beim Wettbewerb waren die Bedingungen eher ungemütlich für die teilnehmenden Helfer. Denn das Wetter war nicht auf der Seite des gastgebenden DRK-Kreisverbandes Wernigerode. Statt bei strahlendem Sonnenschein marschierten die sechs Teams aus Osterwieck, Wanzleben, Bitterfeld, Schönebeck und Wittenberg in strömendem Regen von einer Station zur nächsten. Insgesamt acht Aufgaben hatten die Organisatoren im Stadtgebiet verteilt, an denen die Ersthelfer unter anderem Personen suchen, bergen und ihre Verletzungen versorgen mussten. Dabei gehörte die Schönebecker DRK-Vorsitzende Martina Ede mit zum Organisationsteam.

Doch nicht nur in der eigentlichen Hilfe war solides Wissen gefordert, die Ersthelfer aus Sachsen-Anhalt mussten auch organisatorische Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Wettkampfrichter vergaben dabei Punkte für die Einteilung der Helfer, angemessene Unterbringung und Betreuung.

Schönebeck gewinnt zum zweiten Mal

Insgesamt konnten die ehrenamtlichen DRK-Helfer, die sonst als Sanitäter Veranstaltungen absichern oder im Katastrophenfall zur Stelle sind, an allen Stationen 900 Punkte erreichen. Am Ende des Wettkampftages hatte das sechsköpfige Team aus Schönebeck unter der Leitung von Anett Mingram-Schreiber mit 778 Punkten die Nase deutlich vorn und nahm freudestrahlend den Pokal in Empfang. Der Sieg in Wernigerode bedeutet für die Schönebecker gleichzeitig die Qualifikation für den Bundeswettbewerb im kommenden Jahr. Platz zwei ging an die Mannschaft aus Wittenberg (761 Punkte), Platz drei an die Ersthelfer vom Team Osterwieck 1 (716 Punkte).

Mehrere Sonderpreise gab es auch für das Wissen über das Rote Kreuz zu gewinnen. Hier teilten sich Bitterfeld und Osterwieck den dritten Platz, Wanzleben kam auf den zweiten, Schönebeck und Wittenberg gemeinsam auf den ersten Platz. „Eigentlich ist keiner ohne einen Preis wieder nach Hause gefahren“, resümierte Eckhard Schulz vom DRK-Kreisverband Wernigerode.

Wernigerode zum ersten Mal Ausrichter

Für die Schönebecker Ersthelfer war der Sieg in Wernigerode nicht die erste gute Platzierung bei den DRK-Landesmeisterschaften. So holten sie bereits 2015 den Sieg, 2017 belegten sie immerhin noch den zweiten Platz und wurden damit Vize-Landesmeister.

Der Kreisverband Wernigerode fungierte zum ersten Mal als Ausrichter eines Landeswettbewerbs. Etwa ein Jahr habe man in die Vorbereitung investiert und eigentlich mit besserem Wetter gerechnet, blickte Eckhardt Schulz zurück. Umso beeindruckender sei, dass die widrige Witterung niemanden zur Aufgabe veranlasste und alle angemeldeten Teams auch an dem Wettbewerb teilgenommen haben.

Das Wernigeröder Deutsche Rote Kreuz kooperierte für die Landesmeisterschaft mit zahlreichen Partnern aus anderen Kreisverbänden des DRK, der Bergwacht und dem Reservistenverband aus Halberstadt.