Barby l Im Grundbucharchiv lagern rund 2,2 Millionen historische Grundbücher und Grundakten. Auch das Rechenzentrum der Justiz zur Führung des elektronischen Grundbuchs befindet sich in dem Barockbau. Die Nutzer müssen heute nicht mehr in jedem Fall persönlich erscheinen, um Akten einzusehen. In Barby sind die Grundbücher aus ganz Sachsen-Anhalt zentral eingelagert.

Nun machen Gerüchte in der Elbestadt die Runde, nachdem der Bericht des Landesrechnungshofes im vergangenen Herbst öffentlich wurde. „Das Schloss ist ungeeignet, feucht, schlecht belüftet, das Archiv zieht aus.“

Zehn Millionen Euro

Dabei hatte Amtsgerichtsdirektorin Sigrun Lehmann 2015 bei einem Tag der offenen Tür noch stolz verkünden können: Über zehn Millionen Euro wurden in die Sanierung des Barockschlosses gesteckt. Was man vor allem äußerlich sieht, wo der Denkmalsschutz jubeln würde. Fassaden und Dächer wurden saniert, neue Fester eingebaut, der Brandschutz verbessert.

Aber wo liegt nun die Krux? Laut Rechnungshofpräsident Kay Barthel sei der Standort Barby „unzweckmäßig und unwirtschaftlich“. Er müsse schnellstmöglich aufgegeben werden.

Das an der Elbe gelegene Schloss sei hochwassergefährdet, einige Lagerräume mit Schimmel kontaminiert, stellte der Rechnungshof fest. Rund zwei Millionen Akten würden vor sich hin schimmeln. Auch der Brandschutz sei unzureichend. Bei den großen Elbehochwassern 2002 und 2013 mussten Grundbucharchiv und Justizrechenzentrum evakuiert werden.

Schloss gilt als ungeeignet

Das Schloss Barby untersteht dem Ministerium für Justiz. Auf Volksstimme-Anfrage teilte dessen Sprecher Detlef Thiel mit: „Wir sehen das im Justizministerium so wie der Landesrechnungshof: Barby ist kein Idealarchiv für die Lagerung von Akten.“ Für das Gebäudemanagement sei das Bau- und Liegenschaftsmanagement zuständig. „Derzeit sind aber keine Alternativen in Sicht, das Archiv ist einfach zu groß“, so Detlef Thiel.