Schönebeck l Am Sonntag, 11. Oktober ist es soweit. Dann wählt Schönebeck seinen (neuen) Oberbürgermeister. Doch nicht nur volljährige Schönebecker haben Fragen an die vier Kandidaten Steffen Baumann (AfD), Felix Leue, Olaf Ziem (beide parteilos) und den amtierenden Oberbürgermeister Bert Knoblauch, (CDU), sondern auch die Jugend der Stadt. Schließlich dürfen Jugendliche ab 16 Jahren mitbestimmen und sind aufgerufen, am Sonntag ebenfalls ihr Kreuz zu setzen – für den Kandidaten, den sie am geeignetsten für das Amt des Schönebecker Oberbürgermeisters halten.

Um rauszufinden, welche Positionen die vier Bewerber insbesondere zu jugendrelevanten Themen haben, hat der Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Schönebeck am Donnerstag ein eigenes Wahlforum organisiert und in den Jugendclub Piranha geladen. Alle vier Bewerber sind gekommen, um sich den Fragen der jungen Schönebecker zu stellen – aufgrund von Corona ohne Besucher, aber mit medialer Begleitung durch Mitglieder des Jugendbeirats selbst. Die Fragen haben sich nicht nur die Mitglieder des Jugendbeirats überlegt, sondern auch Nutzer von sozialen Medien, die dem Beirat und seiner Arbeit dort folgen.

Mitglieder moderieren Forum

Durch das Gespräch geführt haben Eric Grube, Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirates Schönebeck, seine Zwillingsschwester Lara Grube, die ebenfalls Mitglied des Beirates ist, und Leon Ernst, stellvertretender Jugendbeiratsvorsitzender.

Bevor es aber an die Fragen ging, haben sich die vier Kandidaten zunächst selber vorgestellt, darüber berichtet wie und wo sie aufgewachsen sind, wie ihre berufliche Laufbahn aussieht und vom aktuellen und vergangenen Privatleben erzählt. Von einem „Frauentausch“, den er gemacht habe, berichtet dabei AfD-Kandidat Steffen Baumann, ist aber nicht der einzige, der jetzt zum zweiten Mal verheiratet ist, was er mit der Formulierung meinte.

Sätze beenden

Nach der Vorstellungsrunde war es Lara Grube, die die ersten Fragen, die sich an alle OB-Anwärter richteten, an die Kandidaten stellte und um „kurze und knackige“ Antworten bat. Die allerdings antworteten teils doch sehr ausschweifend. Bei Sätzen, die die Männer nur beenden sollten, klappte das schon besser. „Ich als Bürgermeister würde ...“, gab Lara Grube vor und ließ vollenden. Ziem: „... viele Sachen ändern.“ Knoblauch: „... meine erfolgreiche Arbeit fortsetzen.“ Baumann: „... Ferienarbeit organisieren.“ Leue: „... bei der Jugendarbeit einen anderen Fokus setzen und mit Jugendlichen auf Augenhöhe arbeiten.“

Viele Frage und entsprechend auch die Antworten drehten sich dann aber um das Thema Jugendliche in der Stadt und wie man die Arbeit mit diesen und für diese als Oberbürgermeister in Zukunft gestalten wollen würde. Was die Frage angeht, wie die Männer Kontakt zu den Jugendlichen halten wollen würden, erklärte Steffen Baumann, dass er wie ein Streetworker den Kontakt auf der Straße suchen wolle, während Ziem darauf setzt, dass sich Jugendliche, wenn sie Anliegen haben, von sich aus melden.

Lob für Bürgersprechstunde

Felix Leue empfindet den Jugendbeirat als gutes Instrument, um die Belange der Jugendlichen in der Stadt zu verstehen. Ihm ist jedoch klar: „Damit erreicht man aber natürlich nicht alle.“ Der amtierende Oberbürgermeister Bert Knoblauch würde den Kontakt zu vielen Trägern, die mit Jugendlichen arbeiten, halten und setzt, was den Kontakt zur Jugend angeht, auch auf seine Bürgersprechstunde, die auch von Jugendlichen genutzt werde. Sowohl Ziem als auch Baumann loben die von Knoblauch initiierte Bürgersprechstunde und würden diese als OB ebenfalls anbieten wollen.

In den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit würden alle Kandidaten, bis auf Bert Knoblauch als amtierender Oberbürgermeister Schönebecks, zunächst erstmal die Leute in der Stadtverwaltung kennen lernen.

Als Abschlussfrage, sollten die OB-Anwärter dann erklären, wo sie die Stadt Schönebeck in sieben Jahren – also nach der Amtszeit, die sie anstreben – sehen. Ziem wünscht sich grüne Zahlen, auch Knoblauch wünscht sich „konsolidiert zu sein“ und ein gestärktes Mittelzentrum aufweisen zu können. Leue spricht von einer gestärkten Wirtschaft, attraktivem Wohnraum und besserer und gestärkterer Jugendarbeit während Baumann sagt: „Ich weiß nicht, ob es uns besser gehen wird“ und dass man auf eine europaweite Währungsreform zusteuere. Was er genau damit meint, blieb allerdings offen.