Schwimmunterricht

Schönebeck: Lernen Kinder richtig schwimmen?

Doch die städtischen Schwimmkurse in Schönebeck sind bis Dezember ausgebucht. Vielen wird also nichts anders übrig bleiben als auf das Schulschwimmen zu warten.

Von Bianca Oldekamp
Kinder einer Grundschule üben Schwimmen. In Schönebeck erhalten die dritten Klassen Schwimmunterricht.
Kinder einer Grundschule üben Schwimmen. In Schönebeck erhalten die dritten Klassen Schwimmunterricht. Foto: dpa

Schönebeck - Sieben Kurse sind in der Zeit von November 2020 bis Mai 2021 ausgefallen. Sieben Kurse, in denen 63 kleine Schönebecker Nachwuchsseepferdchen die Grundlagen des Schwimmens hätten lernen können. Grund dafür: das Coronavirus. Denn in dieser Zeit war die städtische Volksschwimmhalle geschlossen – für Schwimmsportler von Vereinen und Freizeitschwimmer und eben auch für die Teilnehmer der Schwimmkurse, die das Sachgebiet Kultur und Sport der Stadt Schönebeck anbietet.

Mittlerweile ist die Volksschwimmhalle an der Johannes-R.-Becher-Straße aber wieder für alle geöffnet. Und auch die ersten Schwimmkurse laufen wieder. So würden derzeit bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 die Kurse, die in den Lockdown-Monaten ausfallen mussten, derzeit nachgeholt, heißt es seitens der Stadtverwaltung. „Das sind insgesamt sechs Wochenkurse und ein Wochenendkurs mit jeweils acht bis zehn Kindern pro Kurs“, sagt Stadtsprecher Matthias Zander.

Schwimmunterricht in der Grundschule

Doch bilden die städtischen Schwimmkurse lange nicht die einzige Möglichkeit für Kinder, schwimmen zu lernen. Denn: Der Lehrplan für Grundschulen in Sachsen-Anhalt sieht schulischen Schwimmunterricht in der Grundschule vor. Und zwar in der dritten oder vierten Klasse im Rahmen des Sportunterrichts.

Im entsprechenden Erlass des Landes Sachsen-Anhalt heißt es: „Der Schwimmunterricht ist ein wesentlicher Bestandteil des Sportunterrichts, der in allen Schulformen die Entwicklung der Schwimmfähigkeit als lebenserhaltende Kompetenz fördern muss. Die materielle Sicherstellung des Schwimmunterrichts obliegt dem Träger der jeweiligen Schule. [...]

In der Grundschule ist gemäß dem Lehrplan Sport Anfängerschwimmunterricht über ein Schuljahr verbindlich (im 3. oder 4. Schuljahrgang oder im zweiten Jahr der Schuleingangsphase) durchzuführen und grundsätzlich ganzjährig in Einzelstunden zu erteilen.“

Stadt Schönebeck kann Schwimmhalle als Träger vorhalten

Doch wie sieht es diesbezüglich an den Grundschulen im Schönebecker Stadtgebiet aus? Die meisten der Grundschulen befinden sich in Trägerschaft der Stadt Schönebeck, die also dafür Sorge zu tragen hat, dass der Schwimmunterricht auch stattfinden kann.

Den Ort für den Schwimmunterricht hält die Stadt mit ihrer Volksschwimmhalle ja vor. Zudem sind die Öffnungszeiten für alle Gäste so gelegt, dass genug Raum bleibt, den Schwimmunterricht der Schulen in den normalen Unterrichtszeiten unterzubringen.

Kein Verzug beim Schulschwimmen

„Es gibt aktuell keinen Verzug“, lassen die Schönebecker Grundschulen Plötzky, KätheKollwitz, Ludwig Schneider und Lerchenfeld übereinstimmend verlauten. Durchgeführt wird der Schwimmunterricht im Rahmen des Sportunterrichtes an diesen Grundschulen in der dritten Klasse – entweder von Sportlehrern der Schule, die Schwimmunterricht erteilen dürfen, oder von Volksschwimmhallenangestellten, die dies dürfen.

Dabei können die Kinder mehr als nur das Seepferdchen-Abzeichen erreichen. „Unsere Kinder können vom Seepferdchen bis zu den einzelnen Stufen ihre Prüfung ablegen“, erklärt Jeanette Ladebeck, Leiterin der Grundschule Am Lerchenfeld. Noten, so erklärt Olaf Lindstedt, Leiter der Grundschule Plötzky, gebe es natürlich auch.

Dass es keinen Verzug für den schulischen Schwimmunterricht gibt, liegt daran, dass die Schwimmhalle auch während der Schließzeit von den Grundschulen genutzt werden durfte – seit wieder Präsenzunterricht mit Aussetzung der Präsenzpflicht möglich ist, wie Käthe-Kollwitz-Schulleiterin Ines Hausherr berichtet.

Neuanmeldungen in Schönebeck ab September

Was städtische Schwimmkurse nach den Sommerferien angeht (während der Ferien werden keine Kurse angeboten), so starten ab September neue Kurse, die aber schon ausgebucht sind. Ab September würden dann aber auch Neuanmeldungen entgegen genommen – allerdings für Kurse im Jahr 2022.

Schwimmen lernen. Das ist in Schönebeck aber nicht nur im Rahmen der städtischen Kurse oder des Grundschulunterrichts möglich, sondern auch im Sportverein. Und zwar im Sportverein, genauer gesagt bei Union 1861 Schönebeck. „Aber nur über eine feste Mitgliedschaft im Verein in Form eines Vereinstrainings“, erklärt Uwe Scholz, Leiter der Abteilung Schwimmen.

Zur Zeit allerdings biete der Verein bedingt durch die beschränkten Zutrittsmöglichkeiten erstmal seinen langjährigen Mitgliedern die Möglichkeit des Schwimmens an. Im neuen Schuljahr wolle man dann neue Gruppen aufnehmen. Grundsätzlich sagt Scholz danach gefragt, wann Kinder am besten Schwimmen lernen sollten: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass es am günstigsten im Vorschulalter funktioniert, geht aber auch schon etwas früher.“

Ministerium will helfen

Eine andere Möglichkeit außerunterrichtlichen Schwimmunterrichts zu ermöglichen bietet derzeit das Bildungsministerium Sachsen-Anhalt. Denn nicht überall läuft der Schwimmunterricht an den Schulen ohne Verzug. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und dem damit zusammenhängenden Ausfall von Schwimmunterricht hat das Ministerium den Schulen Möglichkeiten eröffnet, Schwimmangebote im Rahmen außerunterrichtlicher Arbeitsgemeinschaften einzurichten.

Dafür stehen jährlich 480.000 Euro zur Verfügung, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums vom Mai. Doch wie soll das funktionieren? „Durch gezielte Kooperationen mit schwimmsportbetreibenden Verbänden, Vereinen und Bäderbetrieben wird es den Schulen nun ermöglicht, ergänzend zum Unterricht Arbeitsgemeinschaften zum Erlernen des Schwimmens einzurichten“, steht da.

Noch keine Kooperation in Schönebeck

Die Maßnahmen sollen mit Wiederaufnahme des Schulbetriebs im Regelbetrieb beginnen, vorab können aber bereits Kooperationen verabredet werden.

Derlei Anfragen seien bei Uwe Scholz, Leiter der Abteilung Schwimmen des Vereins Union 1861, aber noch nicht eingegangen. Was das angeht gibt er zu bedenken: „Man muss aber auch prüfen, ob eine Kooperation realisierbar ist. Hierzu ist natürlich auch eine entsprechende ,Wasserfläche’ beziehungsweise Hallenzeit notwendig.“