Stadtentwicklung

Schönebeck: Visionen für Bahnhofsquartier mit Schwimmhalle und Festplatz

Von Andre Schneider
Großer Plan, ambitioniertes Projekt: Auf dem Gelände des Busbahnhofes in Schönebeck soll ein echter Hingucker entstehen.
Großer Plan, ambitioniertes Projekt: Auf dem Gelände des Busbahnhofes in Schönebeck soll ein echter Hingucker entstehen. Grafik: Saleg/Stadt Schönebeck

Schönebeck

Die Stadtverwaltung um Baudezernent Guido Schmidt hat eine Broschüre herausgegeben. Darin wird für die Bürger ersichtlich, wie das Quartier einmal aussehen könnte. So viel steht fest: Jeder der einzelnen Bausteine wird das Gesicht der Stadt Schönebeck nachhaltig verändern.

Zugegeben, der Platz zwischen Salzer Straße, Tischlerstraße und Söker Straße ist nicht besonders ansehnlich. Der Busbahnhof ist überdimensioniert, der Weg zum Bahnhof ist ziemlich weit. Dabei liegt das Gebiet ziemlich nah am Schönebecker Stadtzentrum. „Wir wollen den Standort aus dem Dornröschenschlaf lösen“, fasst Schönebecks Baudezernent Guido Schmidt im Gespräch mit der Volksstimme zusammen. „Ein Filetstück“, wie Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) ergänzte.

Neue Schwimmhalle

Der neue Entwicklungsplan sieht viele verschiedene Bausteine vor. Der wohl wichtigste davon: eine neue Schwimmhalle. Schönebecks Hallenbad hat – um es klar auszudrücken – keine Zukunft. „Der Bau ist abgängig“, wie es Schmidt im Amtsdeutsch ausdrückt. Zwar haben letzte Gutachten ermittelt, dass das Bad noch zwei bis sechs Jahre betrieben werden könne, doch das könne sich schnell ändern. Umso sinnvoller sei es, nun die Vision für ein neues Bad in der Schublade zu haben. Die Pläne sehen vor, zunächst ein Hallenbad ohne nennenswertes Außenbereich geplant. „Es kann allerdings mit einem Außenbecken erweitert werden“, erläutert Knoblauch. Die Verwaltung habe zunächst Wert auf Vereinssport und Schwimmerziehung gelegt. Das neue Bad solle, so steht es in dem Konzept, über eine Grundfläche von 3000 Quadratmetern verfügen. Das Hauptschwimmbecken solle fünf Bahnen mit jeweils 25 Metern länge umfassen. Ergänzt wird es durch ein Lehrschwimmbecken und einen Bereich für Eltern mit kleinen Kindern.

Das ist aber nicht der einzige Bau, der neu entstehen soll. Eine Multifunktionshalle soll gemeinsam mit dem Schwimmbad zum „Tor zur Altstadt“ werden. Denn auch mit der Schönebecker Sporthallen-Welt verhält es sich ähnlich, wie mit den Schwimmbädern. Die Franz-Vollbring-Halle in der Wilhelm-Hellge-Straße ist stark in die Jahre gekommen und erfordert in nicht allzu ferner Zukunft einen Ersatz. An der neuen Stelle sollen drei getrennt voneinander nutzbare Sporträume mit etwa 300 Quadratmetern Fläche entstehen. Der Tribünenbereich soll 500 Zuschauern Platz bieten. Ein Gastronomiebereich ergänzt das Bauwerk.

Großer Festplatz

In direkter Nachbarschaft soll sich eine großzügige Außenanlage anschließen. Wenn die Schönebecker künftig Feste feiern, können sie – sofern der Plan denn so umgesetzt wird – auf den 3000 Quadratmeter großen Festplatz ausweichen. Hier sollen Versorgungspunkte für Strom und Wasser für potenzielle gewerbliche Nutzer angelegt werden. Wenn der Platz einmal nicht reicht, kann auf den angrenzenden Parkplatz ausgewichen werden. 350 Stellplätze für Autos sind hier vorgesehen, 70 für das Schwimmbad, 70 für so genanntes „Park and Ride“ (Auto parken und in Bus oder Bahn umsteigen), 150 für die Besucher der Multifunktionshalle und 60 Autos können dort bei einem Besuch der Schönebecker Innenstadt abgestellt werden. Da die Parkzonen von Grün umgeben sein sollen, soll Hitzebildung im Sommer so gut wie möglich vermieden werden.

Apropos Sommer: Auch für die Kleinsten soll eine Menge geboten werden. Wer im westlichen Teil der Schönebecker Altstadt unterwegs ist, sucht sie meist vergebens. Plätze zum Spielen in sicherer Umgebung sind in diesem Teil der Stadt in knappes Gut. „Die sind aber absolut wichtig“, meint Guido Schmidt. Eine Bestandsanalyse, die die Stadt in Auftrag gegeben hat, belege dies. Der Spielplatz solle, so heißt es in den Präsentationsunterlagen, „das geplante Bahnhofsquartier als neuen Lebensmittelpunkt in Schönebeck komplettieren“. Nahegelegene Kindergärten und Schulen sollen im Rahmen eines Ideenwettbewerbes an der Gestaltung beteiligt werden, so dass Wünsche der Kinder berücksichtigt werden können. Für den Spielplatz sind etwa 1000 Quadratmeter eingeplant.

Schnittstelle für öffentliche Verkehrsmittel

Und der Busbahnhof? Auch der soll sein Plätzchen bekommen. Zurzeit hat er seinen Platz mitten auf dem Gelände. Wirklich gut zugänglich ist er nicht. Deshalb soll er an den südlichen Rand des Quartiers rücken. So entsteht eine Schnittstelle zwischen Bahn, Nahverkehr und Park-and-Ride-Angeboten. Die Haltepunkte sollen barrierefrei entlang der Söker Straße unter Berücksichtigung eines Tunnels oder einer Unterführung erfolgen. Ein weiterer Baustein.

Schwimmhalle, Busbahnhof, Sporthalle – alles soll an einem Platz entstehen.
Schwimmhalle, Busbahnhof, Sporthalle – alles soll an einem Platz entstehen.
Grafik: Saleg/Stadt Schönebeck