Schönebeck l „Einen Namen hat unsere Band noch nicht, das findet sich aber bestimmt noch“, sagt Claudia Koltermann, Musiklehrerin und Leiterin der Band. Aber gibt es denn eventuell schon eine Idee für einen Namen? „Ach, keine Ahnung“, sagt Lea, die in der Band Gitarre spielt und singt. „‚Keine Ahnung‘ – eigentlich ein cooler Bandname“, platzt es sofort aus Lucienne heraus. Die 13-Jährige singt in der Schulband.

Wie bei allen Dingen, die neu sind, sind die Mitglieder der Schulband hochmotiviert. Zehn Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf bis 16 Jahren sind es insgesamt, die in die Saiten und Tasten hauen. Seit der Gründung proben sie immer donnerstags nach der sechsten Schulstunde, feilen an ihrer Spieltechnik, ihrem Gesang und vor allem am Zusammenspiel. Denn genau das ist es - das Zusammenspiel, alle auf einen Punkt bringen - was bei einer Band zählt.

Unterstützung vom Landesinstitut

„Beim Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung konnte man sich für ein rudimentäres Band-Equipment bewerben, das man dann für ein Jahr ausgeliehen bekommt“, erzählt Claudia Koltermann der Volksstimme. „Da habe ich natürlich zugeschlagen“, sagt die Musiklehrerin und lacht. Der Gründung der Band stand nichts mehr im Wege.

Es gäbe zwar die Option, dass man das Equipment eventuell länger nutzen könnte, aber dafür gibt es keine Garantie. Nun hat man ein Jahr lang Zeit, zu versuchen, eigene Instrumente, Verstärker, Mikrophone, Kabel, Ständer, Schlagzeug und alles, was eine richtige Band so braucht, zu besorgen. „Es wäre ja jammerschade, wenn wir jetzt ein Jahr lang ein Programm erarbeiten, dann alles wieder abgeben müssten und ohne Instrumente dastehen würden“, sagt Claudia Koltermann. „Momentan fehlt uns zwar auch noch einiges, aber wir machen das Beste daraus“, sagt sie.

„Die erste Probe war ein bisschen komisch“, erzählt Lea. „Man kannte die anderen Mitglieder der Band ja nur vom Sehen vom Schulhof und wusste nicht, was auf einen zukommt. Und auf einmal ist man eine Band und muss sich auf einander einstellen. Aber es hat gut geklappt“, freut sich die 13-Jährige. „Dann haben wir uns fünf Lieder überlegt und uns für eins entschieden“, erzählt Paula, die in der Band Keyboard spielt. „80 Millionen“ von Max Giesinger ist es dann geworden. „Das war der erste Song, den wir geprobt haben“, sagt Paula. „Den kriegen wir jetzt schon ganz gut hin.“ Und wenn der richtig sitzt, geht es an den zweiten Song.

Nun Songs einstudieren

Und so wird Schritt für Schritt jeder Song von Grund auf erarbeitet. Einige der Bandmitglieder haben schon Vorkenntnisse, andere nicht. Doch es wird sich gegenseitig geholfen und immer wieder probiert. Was sie schon können, möchten sie dem Reporter natürlich zeigen. Und so geht es an die Instrumente: Gilbert am Schlagzeug zählt ein, Jewgenii zupft die Basssaiten, Lea spielt Akkorde auf der Gitarre, untermalt von Paula am Keyboard, während Lucienne anfängt, zu singen: „Einer von 80 Millionen“. Gar nicht mal schlecht, und man merkt, welchen Spaß die Schüler haben.

Umso trauriger wäre es, wenn nach einem Jahr alles vorbei wäre und sie ihre Instrumente wieder abgeben müssten. „Es wäre natürlich schlimm – für mich, aber vor allem für die Schüler“, sagt Claudia Koltermann. „Daher sind wir auf der Suche nach Leuten, die eventuell noch Musikinstrumente, egal was und wie alt, zu Hause zu liegen haben, die vielleicht seit Jahren im Keller liegen und nicht mehr benutzt werden. Eh sie weggeschmissen werden, wären wir darüber sehr froh, wenn sich jemand vorstellen könnte, sie uns zu überlas- sen. Das wäre fantastisch“, bittet die engagierte Musiklehrerin.

Wenn Sie also, liebe Leser, alte Musikinstrumente, Verstärker, Kabel, Mikrophone oder anderes Band-Equipment haben, das Sie nicht mehr brauchen, könnten Sie damit jungen Musikern eine große Freude machen. Dazu könnten Sie direkt in der Schule vorbeischauen und nachfragen oder telefonisch Kontakt aufnehmen.