Schönebeck/Staßfurt l Ältere Menschen sehen sich oft mit dem Problem konfrontiert, nicht mehr mobil genug zu sein. Personen, die auf dem Lande leben, trifft das besonders. Die Versorgung mit Lebensmitteln, der Besuch beim Arzt, der Kontakt zu Familienmitgliedern oder Freunden - alles das wird zu einer schwierigen Herausforderung. Von der Teilnahme am kulturellen Leben, wie es etwa dem Besuch im Theater, im Kino oder von Konzerten, ganz zu schweigen. „Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Mobilität durch alles Berichte der Seniorenräte.“ So heißt es im aktuellen Rechenschaftsbericht des Kreisseniorenrates des Salzlandkreises. In dem Papier steht weiter: „Auf dem Gebiet der Mobilität werden die Bedürfnisse unserer Menschen nicht genügend beachtet. Besonders dramatisch ist das zur Zeit in Schönebeck.“

Konkret angesprochen wird die teilweise Einziehung der Barbarastraße durch einen Betrieb, wodurch sich der Weg in die Innenstadt um gut 1,5 Kilometer verlängert. „Für die Bürger dieses Stadtteiles gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten des täglichen Grundbedarfs, keine Arzt- und Apothekerleistungen, keine Finanzleistungen und vor allem keine Verkehrsanbindung“, wird im Bericht festgehalten.

Zusammenarbeit ist wichtig

Betont wird außerdem, dass der Zusammmenarbeit der Seniorenräte in Kreis und Kommunen mit staatlichen und kirchlichen Einrichtungen sowie Vereinen großer Stellenwert beigemessen wird. Gelobt wird die Arbeit der Stadtseniorenräte Staßfurt, Aschersleben, Schönebeck, Bernburg, Hecklingen, Nienburg und Bördeland. So heißt es: „Der Stadtseniorenrat Staßfurt, unter der Leitung von Herrn Maier, ist fester Bestandteil der Stadtpolitik. Es gibt hier zum Beispiel ein ‚Sitzbankkonzept‘, was auch für andere Seniorenräte Schule machen sollte.“

Unterschrieben hat den Rechenschaftsbericht die amtierende Vorsitzende Rosemarie Ziem. Sie leitet das Gremium seit knapp vier Wochen. Anfang Februar hatte der Vorsitzendes des Kreisseniorenrates, Werner Kühner, sein Amt niedergelegt und war auch aus dem Beirat ausgetreten. Warum?

„Aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen“, sagt Kühner auf Anfrage der Volksstimme. Mit 74 Jahren wollte er sein Leben nicht mehr vom Terminkalender bestimmen lassen. Die Verpflichtungen hätten sich zu sehr gehäuft.

Maier legte sein Amt nieder

Dass es aber wohl auch eine gewisse Missstimmung innerhalb des Kreisseniorenrates gegeben haben muss, ist aus den Worten des ehemaligen Vorsitzenden Peter Maier herauszuhören. Maier hatte sein Amt vor knapp eineinhalb Jahren aufgegeben. Er habe mehr politische Arbeit leisten wollen, sagt er. Mehr, als andere Vertreter des Gremiums, die ihren Arbeitsschwerpunkt eher auf Veranstaltungen legen würden, die der allgemeinen Unterhaltung dienen würden, kritisiert Maier. Seine Vorstellungen könne er allerdings als Vorsitzender des Seniorenbeirates Staßfurt in der Bodestadt umsetzen, versichert er.

Die langjährige stellvertretende Vorsitzende Rosemarie Ziem soll im Mai während einer Mitgliederversammlung als derzeit amtierende Vorsitzende bestätigt werden und damit den Vorsitz regulär übernehmen. Auch sie räumt zeitweise Missstimmungen ein, sieht den Kreisseniorenrat aktuell aber gut aufgestellt. „Bei einer Vorstandssitzung am Montag ist über alles offen gesprochen worden“, versichert sie. Aus dem Gebiet Egeln (Nachrücker für Werner Kühner) und für die Stadt Calbe sollen so schnell wie möglich Vertreter in den Beirat gewählt werden, damit wieder sämtliche Regionen des Landkreises vertreten sind, macht Rosemarie Ziem deutlich. Alles sei auch mit dem zuständigen Fachbereich im Landratsamt abgestimmt.